Regionale

13.01.2010
Das Siegener Wasserbaumodell

Das Siegener Wasserbaumodell

REGIONALE 2013: Uni Siegen stellt Sieg-Modell vor

Das Projekt "Siegen - Zu neuen Ufern" ist inzwischen mit dem zweiten Stern ausgezeichnet worden und nimmt weiter Konturen an. Für einen Hauptaspekt des Projektes, die Offenlegung und Umgestaltung der Sieg, sind jedoch umfangreiche Vorarbeiten nötig, um den städte- und wasserbaulichen Ansprüchen zu genügen. Am 11. Januar 2010 stellten Professor Jürgen Jensen vom Forschungsinstitut Wasser und Umwelt und Professor Bernd Borghoff vom Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität gemeinsam mit Bürgermeister Steffen Mues und dem Kanzler der Universität Siegen, Dr. Johann Peter Schäfer, das Wasserbaumodell der Öffentlichkeit vor.

Das Modell im Maßstab von 1:30 stellt den Siegabschnitt von Reichwalds Ecke bis unterhalb des Apollo-Theaters, inklusive aller an das Gewässer angrenzenden Gebäude, Brücken und Stadtmobiliar dar. Es wird damit eine Fließstrecke der Sieg auf einer Länge von 500 Metern samt dem Einmündungsbereich der Weiß abgebildet. Die Bauarbeiten begannen Ende April 2009 und wurden mit Unterstützung studentischer Hilfskräfte der Fachbereiche Bauingenieurwesen und Architektur durchgeführt. Das Modell besitzt eine Länge von 18,5 Metern, eine maximale Breite von 5,7 Metern und eine daraus resultierende Fläche von 90 Quadratmetern. Insgesamt benötigten die Studierenden des Fachbereichs Bauingenieurwesen rund 3000 Arbeitsstunden, um mit 27 Kubikmetern Baumaterial das Gelände der Siegener Innenstadt nachzubilden. Für den maßstabsgetreuen Bau der Häuser rund um die Sieg wurden von den Studierenden des Fachbereichs Architektur und Städtebau in rund 1.000 Stunden etwa 200 Quadratmeter Kunststoffplatten verarbeitet.

Das Modell ist zum jetzigen Zeitpunkt ein Abbild der bestehenden Situation in Siegen-Mitte. Zur Zeit laufen Kalibrierungsarbeiten, die das Ziel haben, das Modell so zu gestalten, dass im Modell exakt das Abflussverhalten der Sieg nachgebildet wird, wie es sich derzeit in der Örtlichkeit darstellt. Neben der allgemeinen Darstellung und dem Nachweis der hydraulischen Leistungsfähigkeit dieser Modellvarianten liegt die Hauptaufgabe in der Gestaltung eines natürlichen Sohlverlaufs bei gleichzeitiger Untersuchung und Optimierung des Niedrig- und Hochwasserverhaltens der Sieg.

Die Gestaltung des Uferbereiches oberhalb der Bemessungshochwasserlinie, die Gestaltung des Umfeldes einschließlich neuer Bauwerke (Maria-Rubens-Platz und / oder Brücken) bleibt dem derzeitigen städtebaulichen Wettbewerb vorbehalten. Nach Abschluss des städtebaulichen Wettbewerbes wird das Wettbewerbsergebnis in dieses Modell eingebaut.

Ziel des Modells ist es nachzuweisen, dass durch den Umbau das Bewirtschaftungsziel "Gutes ökologisches Potential" gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie erreicht wird, ein 100jähriges Hochwasser schadlos abgeführt werden kann und auch bei sommerlichem Niedrigwasser eine ökologisch wertvolle und visuell möglichst attraktive Wasserführung erreicht wird. Die Zusammenfassung der Modellergebnisse ist Grundlage für ein Genehmigungsverfahren gemäß Paragraf § 31 Wasserhaushaltsgesetz, welches nach Abschluss der Modellversuche im Herbst 2010 durchgeführt werden wird.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben am Samstag, 23. Januar 2010, in der Zeit von 10.00 bis 14.00 Uhr die Möglichkeit, das Wasserbaumodell an der Universität Siegen, Paul-Bonatz-Straße 9-11, zu besichtigen.

Für Gruppen besteht darüber hinaus an 2 Tagen (am 25. Januar 2010 und 19. Februar 2010 eweils ab 15.00 Uhr) die Möglichkeit einer Führung durch Prof. Jürgen Jensen nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 0271-740-3187 (vormittags).

Zu einer Vorbesprechung trafen sich ein kleiner Teil des Film-Teams jetzt in der Südwestfalen Agentur in Olpe.

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