Service & Handel

14.06.2010

Facharbeiteraquise & Lösungen für flexible Kinderbetreuung

Der Mangel an Fachkräften und qualifizierten Bewerbern für Ausbildungsplätze sowie Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren – das sind die beiden größten Herausforderungen, vor denen Jan Krückemeyer, Geschäftsführer der Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG, sich und viele seiner Unternehmerkollegen derzeit sieht. Das erläuterte der Wilnsdorfer Jungunternehmer jetzt im Gespräch mit Landrat Paul Breuer und Bürgermeisterin Christa Schuppler. Breuer besuchte den Hersteller und Großhändler von Schleifmitteln und Klebebändern im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Landrat vor Ort“.

„Die Frage der Kinderbetreuung ist vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wichtig, damit Eltern Kinder und Beruf unter einen Hut bringen können und nicht wegen mangelnder Betreuungsangebote aus dem Berufsleben ausscheiden“, so Jan Krückemeyer. Er bot zugleich an, ggf. im Verbund mit anderen Unternehmern aktiv an der Erarbeitung und Umsetzung von Lösungen mitzuarbeiten – ein Engagement, das Landrat Paul Breuer sehr begrüßt. Denn die erfolgreiche Gestaltung unserer Zukunft könne nur dann gelingen, wenn sich möglichst viele mit einbringen, um Lösungen für die vor uns liegenden Herausforderungen zu erarbeiten und umzusetzen, so Breuer. Auch Bürgermeisterin Christa Schuppler betonte, dass das Thema Kinderbetreuung ganz oben auf der Agenda der Gemeinde stehe, insbesondere mit Blick auf die U3-Betreuung.

Die Krückemeyer GmbH & Co. KG beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter und 6 Auszubildende. Das Unternehmen hat 2009 einen Umsatz von über 10 Mio. Euro gemacht und die Weltwirtschaftskrise bisher recht gut überstanden. Auch in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen kräftig investiert. Mittelfristig ist die Einstellung weiterer Mitarbeiter geplant. Zusätzliche Ausbildungsplätze könnten schon jetzt besetzt werden, wenn es geeignete Bewerber gebe, so Jan Krückemeyer. Auf Nachfrage von Landrat Breuer erläuterte er, dass es vielen Bewerbern an ganz grundsätzlichen Tugenden wie Leistungswillen und -bereitschaft, Engagement, Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit fehle. Auch die Deutsch-, Mathematik und Fremdsprachenkenntnisse seien oft mangelhaft, unabhängig von der besuchten Schulform.

Breuer teilte diese Einschätzung, die ihm auch immer wieder von anderen Unternehmern vermittelt werde. Deshalb investiere der Kreis auch viel Geld, um die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen zu erhöhen, etwa durch das Projekt „Ein-Topf“ oder das „ Regionale Haus der Berufsvorbereitung“, in dem Hauptschüler durch zusätzlichen Unterricht und Praktika ihre Qualifikationen erhöhen und durch besonderes Engagement ihre Leistungsbereitschaft deutlich machen können.

Breuer hat die Reinhard Krückemeyer GmbH unter anderem auch deshalb besucht, weil das Unternehmen ein interessantes und gelungenes Beispiel für Unternehmensnachfolge in einem mittelständischen Familienunternehmen ist. Breuer hat die Entwicklung des Unternehmens, das vom Großvater des heutigen Geschäftsführers gegründet wurde, über viele Jahrzehnte verfolgt. Ursprünglich hatte Jan Krückemeyer als Industriekaufmann in einem Konzern und Verlagsleiter in der Medienbranche gearbeitet. Das elterliche Unternehmen zu übernehmen, war für ihn zunächst keine Option. Erst als er ein paar Jahre als Angestellter tätig war, wandelte sich diese Ansicht. „Ich habe gemerkt, dass ich die Freiheit brauche, als Selbstständiger agieren zu können, eigene Entscheidungen zu treffen und für die auch einzustehen“, so Krückemeyer. Im Jahr 2006 ist er aktiv in die Firma eingestiegen. Ein Jahr später verstarb sein Vater. Seither hat er die Verantwortung für das Unternehmen übernommen. „Das, was sich in den vergangenen fünf Jahren hier entwickelt hat – vieles noch von meinem Vater mit angestoßen – kann sich wirklich sehen lassen und ich blicke sehr zuversichtlich in die Zukunft unseres Unternehmens“, so Krückemeyer.

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