Umwelt & Ressourcen

25.03.2010
Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Bernd Fuhrmann, Bürgermeister von Bad Berleburg, Benedikte Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers (v.l.), Schirmherr des Wisent-Projektes.

Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Bernd Fuhrmann, Bürgermeister von Bad Berleburg, Benedikte Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers (v.l.), Schirmherr des Wisent-Projektes.

Eine ganze Region heißt die Wisente willkommen

Selten hat sich eine ganze Region sich wohl so über „Neubürger“ gefreut: Am Abend feierten rund 300 Siegerländer und Wittgensteiner die Ankunft der majestätischen Tiere im Bürgerhaus in Bad Berleburg. Die Projektinitiatoren vermittelten Eindrücke von der Ankunft der ersten acht Tiere am Nachmittag. Filmausschnitte und zahlreiche Bilder ließen den spannenden Moment, als Bulle „Egnar“ aus dem Transporter sprang, noch einmal aufleben.

Per Videobotschaft gratulierten Wisent-Experten aus ganz Europa der Region zu diesem wichtigen Meilenstein im Bemühen, die vom Aussterben bedrohten Wisente zu retten. Prof. Dr. Perzanowski von der polnischen Akademie der Wissenschaften: „Ich gratuliere all meinen Freunden in Deutschland zu diesem Erfolg in dem ambitionierten Projekt, Wisente nach Westeuropa zu bringen!“ Und auch die Wisent-Zuchtbuchführerin Prof. Dr. Olech-Piasecka war begeistert: „Dieses Projekt ist ein sehr wichtiger Schritt. Es wird die erste frei lebende Herde von Wisenten in Westeuropa sein. Dies macht mich wirklich richtig glücklich!“

Einen besonders bewegenden Einstieg in den Abend bereitete den Gästen die erst 13-jährige Karina Menn. Die junge Wittgensteinerin ist eine begabte Geschichtenschreiberin und war vor kurzem in einem Schreibwettbewerb einer großen deutschen Zeitschrift ausgezeichnet worden. Als die junge Schülerin die ersten Zeilen ihrer Kurzgeschichte „Die Rückkehr des Königs“ vorträgt, sind die Zuhörer sichtlich berührt. Die Geschichte erzählt von einem Wisentkind, das eines Tages bemerkt, dass alles anders ist. „Seine Brüder wälzen sich nicht wie üblich im Matsch, sondern versuchen ihr verkrustetes Fell sauber zu bekommen. Die Tanten (…) stolzieren, so elegant wie es eben bei Wisenten geht, herum. Und sogar der griesgrämige Großvater wetzt seine mächtigen Hörner an einem großen Baum blank.“ Die Tiere putzen sich heraus, weil einige von Ihnen, darunter auch das Kalb, um für die lange Reise in ihre ursprüngliche Heimat im südwestfälischen Rothaargebirge ausgesucht zu werden.

Dort angekommen, beschreibt die Autorin mit bewegenden Worten die Glücksgefühle des jungen Wisents aus dessen Sicht und wird hierfür mit einem tosenden Applaus der Gäste im Bürgerhaus belohnt. Später an diesem Wisente-Begrüßungs-Abend kamen u.a. auch Sponsoren und Unterstützer zu Wort und erklärten, warum es für sie wichtig ist, einen Beitrag zu diesem einmaligen Artenschutzprojekt zu leisten.

Der eigens gegründete Förderverein stellt auf Anfrage verschiedene Möglichkeiten vor, dieses Naturprojekt zu unterstützen. Kontakt: Förderverein WisentWald-Wittgenstein e.V., Günter Schmidt, Sudetenstrasse 18, 57319 Bad Berleburg, Tel: +49 1751 444666

Weitere Informationen unter www.wisente-rothaargebirge.de

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