Einmal um die halbe Welt und zurück nach Brilon

Faktencheck Dominik Schulze
Alter: 37 Jahre
Geboren im: Sauerland
Aktueller Job: Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in den Caritas-Werkstätten für Menschen mit Behinderung St. Martin, Standort IDL 2 - Abteilung für Menschen mit psychischer Behinderung
Aktueller Arbeitgeber: Caritasverband Brilon e. V.

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Lieber Herr Schulze, Sie sind weit gereist – und jetzt zurück im Sauerland. Wie kam das?
Herr Schulze: Ich bin gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann, habe meine Ausbildung in Olsberg-Bigge gemacht und danach in Brilon gearbeitet. Außerdem habe ich das Fachabitur in Sozialer Arbeit und ein Studium in Sozialpädagogik in Bielefeld begonnen.
Wie es der Zufall so wollte, habe ich während der Studienzeit ein Jobangebot aus Buenos Aires in Argentinien bekommen. Ganz nach dem Motto „Warte nie, bis Du Zeit hast“, sagte ich zu – zunächst aber nur für drei Monate. Erst einmal wollte ich schauen, ob es mir dort gefällt! Aus drei Monaten sind dann schließlich sechseinhalb Jahre geworden. In Argentinien habe ich bei der Firma Telmark S. A. gearbeitet und verschiedene Positionen durchlaufen. Zunächst bin ich als „Agent“ eingestiegen und habe deutsche Kundenanfragen bearbeitet. Danach führte ich als „Quality Analyst“ Qualitätskontrollen durch und leitete später ein Team. In Buenos Aires haben wir auch mit deutschen Unternehmen zusammengearbeitet. Als meine Arbeitsaufgaben sich dann veränderten, habe ich mich auf dem Arbeitsmarkt nach einer neuen Herausforderung umgesehen. Eine vergleichbare Anstellung in Argentinien zu finden, war aufgrund der wirtschaftlichen Lage zu dieser Zeit sehr schwierig: die Inflation lag bei 40-50%, der Peso hat an Wert verloren, die Regierung erschwerte das Reisen und Flüge wurden mit Strafsteuern bzw. Zöllen belegt. So traf ich die Entscheidung, wieder nach Deutschland zu gehen.

Haben Sie sich dann bewusst für einen Neuanfang in der Heimat entschieden?
Herr Schulze:
Dass ich wieder zurück ins Sauerland kommen würde, war nicht von Anfang an geplant. Zwar komme ich hier her und meine Familie lebt hier auch immer noch, aber diesen Entschluss konnte und wollte ich nicht alleine treffen. Meine damalige argentinische Freundin – und heutige Frau – hat mich nämlich begleitet und ist mit mir zurück nach Deutschland gekommen. Damals sind wir dann erst einmal in Südwestfalen angekommen und haben meine Heimat kennengelernt. Außerdem sind wir ein bisschen durch Europa gereist, weil die Wurzeln meiner Frau in Kroatien liegen. Dort haben wir dann einen Teil ihrer Familie kennenlernen können. Weil es uns aber im Sauerland so gut gefallen hat, entschieden wir uns hier zu bleiben. Im Bereich Brilon habe ich mich dann beworben und arbeite nun für den Caritasverband Brilon.

Was gefällt Ihnen hier in Brilon besonders gut und war ausschlaggebend für Ihre Entscheidung?
Herr Schulze:
Zum Einen ist es die Nähe zu meiner Familie und zum Anderen ist es die Schönheit der Natur. Sie müssen sich vorstellen, dass ich die letzten sechseinhalb Jahre in Buenos Aires gelebt habe, wo 15 Millionen Menschen ein zu Hause finden. Ich war dort jeden Tag drei Stunden mit Bus und Bahn unterwegs – die dortige Umweltverschmutzung hat da schon Spuren in meiner Erinnerung hinterlassen. Wenn man sechs Jahre in so einer großen Stadt gelebt hat, die Hektik und Reizüberflutung erlebt hat, nimmt man die Natur hier ganz anders wahr. Die Schönheit des „Landes der 1000 Berge“ ist auf jeden Fall ein ganz großer ausschlaggebender Punkt für uns gewesen.

Was macht die Caritas Brilon als Arbeitgeber so attraktiv?
Herr Schulze:
Es ist so: Ich bin gelernter Kaufmann und habe in diesem Bereich berufliche Erfahrung. Daher habe ich mich auch zunächst als solcher beworben, obwohl das eigentlich gar nicht mehr in meinem Interesse lag. Anfangs erzählte ich ja von meiner Begeisterung der sozialen Arbeit und auch über die Jahre habe ich meine Leidenschaft nicht ganz vergessen können. Deshalb habe ich mich auch bei der Caritas auf ganz verschiedene Stellen beworben. Letztendlich wurde eine Gruppenleiterstelle frei und aufgrund meiner Berufserfahrung passte das Angebot super zu mir. Ich bin überglücklich, dass ich jetzt mit dem Caritasverband einen guten Arbeitgeber habe und gleichzeitig im sozialen Bereich arbeiten kann. Das ist klasse.

Was denken Sie: Welche Argumente gibt es, um Menschen für ein Leben in Südwestfalen zu motivieren?
Herr Schulze: Das Sauerland und ganz Südwestfalen haben sehr viel zu bieten. Ob es die interessanten Städte und Dörfer sind oder die schöne Natur – die ganze Gegend ist einfach super!

Wir danken Herr Schulze herzlich für das Interview.

 

Der Caritasverband Brilon e.V. ist Mitglied im Verein Wirtschaft für Südwestfalen e.V. und zählt zu unseren interessanten Arbeitgebern.