Von Brooklyn to Brilon

Gründerszene HSK: Ideale Voraussetzungen für Selbstverwirklichung in der Heimat.

Immer mehr Menschen wagen den Sprung in die Selbstständigkeit und verwirklichen sich lang gehegte Träume. Die Gründung des eigenen Unternehmens ist spannend und mutig zugleich. Einer, der sich getraut hat, ist Gregor Stapper aus Brilon: Der Konditor- und Bäckermeister mit Besten-Auszeichnung machte sich 2016 mit dem innovativen Konzept „Keks Kreator“ in seiner Heimat selbstständig.

Vor der Gründung war er weltweit unterwegs – Neuseeland, Japan, USA. Entschied sich dann jedoch bewusst für die 25.000-Einwohner-Stadt im HSK als Unternehmensstandort, seine Heimat-Stadt. Wieso er seine Heimat als Gründungs- und Wohnort wählte, darüber sprach Gregor Stapper mit Sandra Schmitt, Leiterin des Projekts HEIMVORTEIL HSK bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Hochsauerlandkreises. 



Herr Stapper, Sie sind in der traditionellen Familienbäckerei aufgewachsen. Welches Geschäftsmodell steckt hinter dem innovativen Konzept des KEKS KREATORS?

Ich wollte das traditionelle Handwerk mit dem modernem Einkaufsverhalten verbinden: Der Trend geht zur Individualisierung. Die Konsumenten möchten sich in ihren Produkten wiederfinden und diese aktiv mitgestalten. Da ich selbst die Möglichkeit der Produktindividualisierung gerne nutze und zudem ein bisschen computeraffiner bin, als vielleicht andere Bäcker, war die Idee des KEKS KREATORS schnell geboren: 

Über den Online-Shop Keks-Kreator.de kann sich der Kunde seine eigenen Kekse zusammenstellen. Form, Geschmack und Botschaft können selbst gewählt oder von mir kreiert werden. Egal ob für Hochzeiten, als Geburtstagsgeschenk oder für Firmen – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. 

Das Konzept und die Umsetzung im Technischen und Geschmacklichen sind dabei in dieser Konstellation einzigartig. Ich backe bereits ab ganz kleinen Mengen – und das ohne Zusätze und Konservierungsstoffe. Dazu kommt, dass der Teig für die Kekskreationen ein absolutes Geheimrezept ist, damit die individuellen Stanzungen halten. Auch die technische Raffinesse für die Produktion der KEKS KREATOR Kekse ist einmalig.


Auf dem Weg zum KEKS KREATOR sind Sie viel in der Welt herumgekommen, haben auf fast jedem Kontinent einmal gelebt. Was führte Sie zur Gründung wieder zurück in die Heimat? 

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn, USA, stand tatsächlich die Überlegung im Raum, mich dort als Bäcker selbstständig zu machen. Die Planungen waren ziemlich konkret: Interessante Immobilien waren gefunden und die Marktanalysen sahen vielversprechend aus. Aber schlussendlich war mir das Risiko vor Ort dann doch zu groß. Allein Mietkautionen im 6-stelligen Bereich zu bewältigen hat mich u.a. davon abgehalten. 

Die Bedingungen für eine Gründung erschienen mir in Deutschland dagegen besser. Deshalb startete ich Anfang 2016 mit dem KEKS KREATOR – zunächst in Essen, bis ich mich dann für meine Heimat Brilon entschieden habe.

Von der Stadt zurück aufs Land – Viele würden für eine Gründung genau den umgekehrten Weg einschlagen. 

Ich habe in den ersten drei Monaten in Essen in einem separaten Raum der Backstube meines Onkels produziert. In dieser Zeit bin ich täglich von Brilon in das Ruhrgebiet gependelt und habe dabei die Freude am Fahren verloren. Mir wurde während dieser Monate einiges bewusst: 

  1. Die Kosten für meine Unternehmungen waren in der Stadt insgesamt viel höher, als sie im Sauerland sein würden.  
  2. Ich hatte durch die langen Fahrzeiten keine bzw. kaum noch Freizeit und verbrachte einen Großteil meines Tages auf vollen Straßen und in stickigen Staus. 
  3. In der Stadt eröffnet gefühlt täglich an jeder Ecke ein neues Start-up, sodass man bei der Vielzahl von Angeboten als Jung-Unternehmer nur eine geringe Chance hat vom Kunden wahrgenommen zu werden. 


All die Gründe bewegten mich dazu, den Unternehmenssitz in meine Heimatstadt Brilon zu verlagern. Denn: Ob ich in der Backstube mitten in Essen backe oder aber in Brilon meine Produkte herstelle ist egal. Durch die weltweite Onlinevernetzung des Shops und Paketdienste bin ich bei meiner Standortwahl ungebunden. Hier im Hochsauerland ist der Kontakt zur Post sogar besser als mitten in der Großstadt – bei einem Geschäftsmodell wie dem KEKS KREATOR ein wichtiger Punkt. Somit ging‘s für mich Mitte letzten Jahres dann komplett zurück ins Sauerland.


Worin liegt dabei Ihr Heimvorteil im HSK?

Im Hinblick auf das Start-up kann ich sagen, dass die Rahmenbedingungen für eine Unternehmensgründung im Hochsauerlandkreis einfach stimmen. Ich mache das, was mir beruflich Spaß macht und habe dazu eine gute Work-Life-Balance. Zusätzlich ist der Support auf dem Land deutlich größer als in den Städten: Beispielsweise ist die Unterstützung und die Wahrnehmung durch lokale Institutionen, Medien und Einwohner extrem gut. 

Ein besonderer Erfolg vor Ort war der Unternehmerpreis Südwestfalen in der Kategorie „Gründer“, den ich im letzten Jahr gewonnen habe. Im Preis inbegriffen war ein umfangreiches Mentoring-Programm mit Experten aus den Bereichen Finanzen/Controlling, Marketing, Vertrieb und Unternehmensführung. Das war Gold wert: Ich konnte vieles direkt im laufenden Betrieb umsetzen. Zudem ist eine Gründung in der Heimat natürlich auch aus wirtschaftlichen Faktoren sehr attraktiv. 

Für mich persönlich bedeutet die Entscheidung, zurück in die Heimat zu gehen, ganz hohe Lebensqualität: Meine Familie, der kurze Weg in die Natur zum Abschalten und mehr Freizeit, da ich nicht mehr so viel Zeit auf den Straßen und im Stau verschwenden muss. Ein großer Vorteil ist natürlich auch, dass die Eltern meiner Frau und mir vor Ort sind: Wir haben mittlerweile Nachwuchs bekommen und merken, dass es mit Familie im Rücken viel entspannter läuft. 


Und wenn Sie die Heimat noch ein bisschen besser machen könnten, was stände dann auf Ihrer Agenda?

Naja, ein Kino in Brilon wäre schon cool – die nächsten sind gut eine halbe Stunde entfernt. Aber ansonsten tatsächlich nichts.


Welche Pläne haben Sie in Zukunft für den KEKS KREATOR? 

Das nächste Projekt, was ich plane, ist ein „Back Truck“. In den USA sind Food-Trucks etablierte Stationen für einen Mittagsimbiss oder als fahrende Supermärkte. Warum diesen Trend also nicht ins Sauerland und den Umkreis holen? Hier wird es bereits im Sommer losgehen.

Darüber hinaus soll Keks-Kreator.de natürlich weiterhin gesund und nachhaltig wachsen. Hier plane ich, weitere Geschmacks- und Formvariationen einzuführen. Vielleicht auch Hundekekse. 


Wir bedanken uns bei Gregor Stapper für das Gespräch und die leckeren HEIMVORTEIL-Kekse. 



Die Vorteile, in die Heimat zurück zu kehren, belaufen sich also nicht nur auf die spannenden Jobs bei zahlreichen Unternehmen und Weltmarktführern im HSK. Auch für alle, die sich selbst verwirklichen und ihr eigenes Unternehmen aufziehen möchten, ist der Hochsauerlandkreis eine attraktive Alternative zur Stadt. 

Jedem, der gerne zurück in die Heimat möchte, steht das Team von HEIMVORTEIL HSK bei der Rückkehr zur Hilfe: Vom Job über das Eigenheim und den KiTa-Platz bis hin zur Verknüpfung mit Gleichgesinnten bei Rückkehrer-Stammtischen unterstützen wir und die kommunalen Wirtschaftsförderer tatkräftig. 

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Infokasten Keks Kreator

German Bakery Stapper ist ein meistergeführtes, deutsches Bäckereiunternehmen. Ziel ist, das Leben deutscher Handwerkskunst zu erhalten. Dabei hat sich Stapper der Innovation verschrieben und präsentiert ein neues, modernes Bäckerhandwerk: Die Gründung des Keks-Kreators 2016 verbindet traditionelle Handwerkskunst mit modernen Kundenwünschen. Individuelle Kombination von Geschmack, Erscheinungsbild und Verpackung ermöglicht die Partizipation des Konsumenten und ein spannendes Einkaufserlebnis. 

Plattform: www.keks-kreator.de

Quelle: Heimvorteil HSK, Sandra Schmitt, Stand: 31.05.2017