Erste-Hilfe Weiterbildung mit dem DRK

Das Deutsche Rote Kreuz im Kreisverband Brilon bildet im Altkreis Brilon bis zu 2000 Ersthelfer jährlich aus und bedient somit eine breite Palette an Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Sei es der Selbstständige, der die Erste-Hilfe für Baustellen benötigt, oder der Großunternehmen mit mehreren Hundert Mitarbeitern. Das DRK berät ebenfalls in Fragen zu Defibrillatoren und Sicherheitsaspekten sowie geben Hilfestellung bei z. B. Verbandkastenauswahl und Positionierung. Dies bietet nicht nur das DRK in Brilon. Hier finden Sie den nächsten DRK-Verband in Ihrer Nähe. Geben Sie hierzu einfach rechts auf der DRK-Seite Ihre PLZ ein.

Thorsten Rediger vom DRK Kreisverband Brilon erklärt, warum Erste-Hilfe Schulungen im Unternehmen unerlässlich sind und was man wissen sollte:

Was möchten Sie vermitteln?
In vielen Unternehmen und Vereinen weiß man: Erste-Hilfe ist wichtig! Dann kommt aber das Problem, dass sich irgendjemand darum kümmern muss. Hat man nicht das Glück, dass es im Unternehmen gute Sicherheitsbeauftragte oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit gibt, dann müssen sich andere Arbeitnehmer damit vertraut machen und die Ersthelferausbildung planen. Und hier klemmt es meistens! Hier kann man uns anrufen. Wir helfen bei der Umsetzung.

Warum ist ein Ersthelfer so wichtig?
Pflaster kleben und kleine Verbände wickeln kann jeder.
Geht es allerdings darum, die therapiefreie Zeit zu überbrücken (Zeit bis der Rettungsdienst eintrifft), dann kann es bei richtigen Notfällen schon heikel werden. Nehmen wir zum Beispiel die Reanimation eines Patienten, verstreicht hier ohne Ersthelfer Maßnahmen wertvolle Zeit. Pro Minute ohne Herz-Lungen-Wiederbelebung sinkt die Überlebenschance um 10%. Wir schulen in den Kursen kurzen theoretischen Unterricht und üben dann die praktischen Maßnahmen.

Wer bildet aus?
Ausbilden dürfen alle Hilfsorganisationen oder Privatunternehmen, die durch die Qualitätssicherungsstelle (BG-QSEH) zertifiziert worden sind. Zu den Hilfsorganisationen gehören die Malteser, der Arbeiter Samariter Bund, die Johanniter, die DLRG sowie das Deutsche Rote Kreuz. Durch die Zertifizierung werden hygienische sowie qualitative Standards definiert und garantieren sinnvolle Ersthelfer Kurse.

Woran erkennt man gute Dozenten?
Ein guter Erste-Hilfe Dozent schafft es, komplizierte Themen verständlich rüberzubringen. Wir wollen Ersthelfer nicht mit Fremdworten verwirren oder verunsichern, sondern zum Helfen animieren. Je einfacher erklärt, umso effektiver ist das Ergebnis später im Betrieb.

Wo sehen Sie Nachholbedarf bei den Unternehmen?
Grundsätzlich haben viele Unternehmen die Wichtigkeit des Themas erkannt. Besonders im Altkreis Brilon arbeiten wir hervorragend mit Sicherheitsbeauftragten und Fachkräften für Arbeitssicherheit zusammen. Man muss es allerdings im Erste-Hilfe Kurs schaffen, die Teilnehmer zu begeistern. Nur dann gehen sie mit offenen Augen durch das Unternehmen und füllen Verbandbücher aus, halten Ausschau nach Verbandkästen oder Feuerlöschern. Vor allem die Dokumentation ist später immens wichtig, wenn Arbeitsunfälle bei den Berufsgenossenschaften gemeldet werden müssen.
Wenn die Teilnehmer einmal merken: „So schlimm wie man sich immer erzählt, sind die Erste-Hilfe Kurse gar nicht“, kommen die Ersthelfer gerne wieder. Hier ist dann auch der Benefit für die Unternehmen sichtbar.

Welche Kursarten gibt es?
Eine Grundschulung, als sogenannter „großer Erste-Hilfe Kurs“, dauert 12 Zeitstunden (16 UE à 45 Minuten) und wird standardmäßig über zwei Tage ausgebildet. Die wichtigen Themeninhalte reichen von einfachen Maßnahmen, bis hin zur vitalen Bedrohung. Im Rahmen der betrieblichen Ersthelfer ist diese Ausbildung zwei Jahre gültig und muss dann aufgefrischt werden.
Das Erste-Hilfe Training muss besucht werden, bevor die Zweijahresfrist abläuft. Hier entweder nach der Grundschulung oder letzten Fortbildung. Die wichtigsten Themen werden in einem 6 Zeitstunden Kurs vermittelt.
Wir im DRK Kreisverband Brilon sind dazu übergegangen, die Firmen zu kontaktieren, wenn die Frist kurz vor dem Ablaufen ist. So können wir erinnern, wenn die Firma die Teilnahmeerforderlichkeit mal übersieht und sparen mit dem Unternehmen zusammen Zeit und Geld.

Wie viele Ersthelfer braucht das Unternehmen?
Als Grundlage dient hier die BGV A1: Grundlagen der Prävention. Die VBG hat hierzu eine gute Übersicht:
Im §26 BGV A1 steht:
 „(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für die Erste-Hilfe-Leistung Ersthelfer mindestens in folgender Zahl zur Verfügung stehen:

  1. Bei 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfer,
  2. bei mehr als 20 anwesenden Versicherten
  • in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 %,
  • in sonstigen Betrieben 10 %.

Wo werden die Schulungen durchgeführt?
Man kann entweder im Betrieb vor Ort bei geeigneten Räumlichkeiten schulen, oder in den jeweiligen Ausbildungszentren der Hilfsorganisationen. Inhouse-Schulungen vor Ort machen dann Sinn, wenn mindestens 10 Teilnehmer aus einem Betrieb zusammenkommen. Im DRK Kreisverband Brilon führen wir beide Möglichkeiten durch. Die offenen Schulungen, also eine Mischung aus Privatpersonen und betrieblichen Teilnehmern in den Schulungsräumen des DRK, haben aber immer etwas mehr Charme, da alle Teilnehmer unterschiedliche Dinge erlebt haben. Das belebt auch die Kurse. Der Lerneffekt ist höher.

Wie läuft es mit der Finanzierung und Abrechnung?
Die Finanzierung der betrieblichen Ersthelfer übernehmen in der Regel die Berufsgenossenschaften. Als Faustregel gilt die Zahl, die laut BGV A1 an Ersthelfern in den Unternehmen vorgehalten werden müssen. Es lohnt sich aber unter Umständen immer ein Anruf bei der zuständigen BG, falls Übergangsweise mehr Ersthelfer benötigt werden.

Bei allen Berufsgenossenschaften außer den Unfallkassen bekommen die Unternehmen bei der Anmeldung das Abrechnungsformular von uns zugestellt. Unterschreiben, abstempeln, fertig. Wir als ausbildende Stelle übernehmen den Rest.
Sollten Sie bei der Unfallkasse versichert sein (z. B. öffentliche Einrichtungen), müssen Sie circa 4 Wochen  vor dem Erste-Hilfe Kurs Gutscheine beantragen. Die Gutscheine werden dann beim Besuch des Lehrgangs vorgelegt.
   
Was bieten Sie als besonderen Service an?
Wir bieten einen Besuchsservice für Unternehmen an und schauen uns einfach mal die Sicherheitseinrichtungen vor Ort an. Gibt es genügend Verbandkästen mit ausreichender Bestückung, liegen Verbandbücher aus, sind Fluchtwege und Hilfsstellen entsprechende sichtbar gemacht. Vieles ergibt sich im Gespräch und wir können immer den einen oder anderen Hinweis geben.
Außerdem fragen wir nach Unfallschwerpunkten, Feuerlöscheinrichtungen, Brandschutzplänen sowie internen Meldevorgaben und greifen diese dann im Erste-Hilfe Kurs für die Mitarbeiter auf.

Ihr Ansprechpartner beim DRK Kreisverband Brilon e.V.:
Thorsten Rediger, B.A.
Leiter Servicestelle
DRK Kreisverband Brilon e.V.
Thorsten.Rediger@DRK-Brilon.de
Tel: 02961/96550