Immer ein Dach über dem Kopf - die Sauerländer Ausflugsziele für regnerische Tage

Wer ins Sauerland reist, kann eine Menge erleben. Neben Abstechern in die Natur – an die Seen oder in die Wälder – dürfen auch das Angebot der Freizeitparks und quirlige Veranstaltungen und Events im Land der tausend Berge auf der Ausflugsliste nicht fehlen. Doch damit die Ferien – voller aktiver Erlebnisse – auch wirklich gelingen, sollte man stets einen Plan B in der Hinterhand haben. Darum stellen wir hier einige wetterfeste Ausflugsziele vor, falls die Sonne – ausnahmsweise! – mal nicht scheinen sollte.

Ein das ganze Jahr über konstantes Klima bieten die Höhlen und Bergwerke im Sauerland. In Iserlohn steht das Deutsche Höhlenmuseum samt Dechenhöhle, die Atta-Höhle in Attendorn zählt mit ihren spektakulären Tropfstein-Formationen zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Region. Mit Helm und Lampe ausgestattet fährt man wie ein echter Bergmann ins Besucherbergwerk in Ramsbeck, in der Nähe von Bestwig, ein. In die Geschichte des hiesigen Erzbergbaus rollt dort ganz komfortabel die Grubenbahn. Gelegentlich veranstaltet ein Hotelier aus der Gegend hier auch sein „Gruben-Light-Dinner“, ein zünftiges Menü bei Kerzenschein, 300 Meter tief im Berg. Das Schwerspatmuseum in Dreislar bei Medebach entführt seine Besucher derweil in die Welt der funkelnden Mineralien. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde hier Baryt abgebaut, das Mineral findet hauptsächlich in der chemischen Industrie Verwendung. Das kleine, von den Bergleuten in Dreislar selbst gestaltete Museum hat sich mittlerweile zu einem echten Juwel in der Sauerländer Museumslandschaft entwickelt.

Wer bei nicht ganz so optimaler Witterung trotzdem aktiv bleiben möchte, findet im Sauerland ebenfalls ein Dach über dem Kopf. Ein besonders großes spannt sich über die Kletterhalle in Willingen, wo Kraxler eine mehr als 300 Quadratmeter große Wand für Touren sämtlicher Schwierigkeitsgrade in Angriff nehmen können. Eine zusätzliche Boulderwand fordert den „Muckis“ weitere Höchstleistungen ab. Und wer schon mal dort ist, kann zum Beispiel gleich seine Prüfung für den DAV-Kletterschein absolvieren.

Ganz ohne Führerschein darf man sich in der Region Winterberg hinters Steuer setzen – die Kartbahnen in Neuastenberg und Niedersfeld sind auch wirklich nicht die richtigen Strecken, um auf die Straßenverkehrsordnung zu pochen. Dort wird Gummi gegeben, was die kleinen Flitzer hergeben! Worauf die Rennfahrer allerdings verzichten müssen: den Boxenstopp, um einen Satz Regenreifen aufzuziehen. In beiden Orten wird durch die Halle gekurvt. Einen großen Spielplatz ebenfalls in der Halle bietet Thikos Kinderland in Schmallenberg. Ein kunterbuntes Klettergerüst, die unterschiedlichsten Rutschen, zahlreiche Spielstationen sowie eine Riesen-Lego sorgen dafür, dass sich die kleinen Urlauber fleißig austoben können.

Fleißig ausgetobt – allerdings in Willingen – hat sich auch Hans Schlömer, der Betreiber und Besitzer des Curioseums. Auf rund 1500 Quadratmetern hat der Sammler ausgestellt, was er in den letzten Jahrzehnten gehortet hat. Dabei zeigt sich: Ein Sammler mit System ist Schlömer eher nicht. Die Ausstellung hält neben einem eleganten alten Jaguar E-Type auch ein Terrarium, eine fahrbare Guillotine und Alienpuppen bereit. Echt sehenswert!

Gleiches gilt für die Luisenhütte in Wocklum, ein stattliches Denkmal der Sauerländer Industriegeschichte. Kaum zu glauben, dass das alte Bruchsteingebäude im 18. Jahrhundert ein High-Tech-Werk zur Eisenverhüttung war. Heute sind der imposante Hochofen und die zahlreichen Nebengebäuden für Besucher geöffnet. Auch in Wenden, im Südwesten der Region, wurde vor Jahrhunderten schon Eisen verhüttet, gehämmert und weiterverarbeitet. Wie das ging, zeigt auf spannende Weise die Wendener Hütte, der auch ein Museum zur Eisengeschichte angegliedert wurde.

Von der Hütte in den Bau: Mit einem mulmigen Gefühl passiert man die Zellen im Patrimonialgericht Fürstenberg. Schon vor Jahrhunderten hat hier ein Richter paderbornisches Recht gesprochen – und zahlreiche Delinquenten im Kellergewölbe eingekerkert. Ferner zeigt das Museum die Geschichte der Rechtsprechung in der Gegend. Weshalb so mancher Besucher froh ist, aus dem schmucken Haus aus dem 18. Jahrhundert heute einfach so, als freier Mann, heraus spazieren zu können. Weitaus entspannter verlässt man schließlich das Museum für Afrikanische Kunst von Gerhard Vogt. Jahrelang hat der Olsberger Masken, Skulpturen, Gemälde und Textilien gesammelt. Eine muntere Reise durch Afrika im Olsberger Ortsteil Gevelinghausen, die beschwingte Lebenslust des Kontinents wirkt mächtig ansteckend.

Quelle: Text: Sauerland-Tourismus e.V.; Foto: Sauerland Tourismus (Kletterhalle Willingen); Stand: 16.09.2016