Siegerlandmuseum im Oberen Schloss

Die bereits vor 1229 erstmals urkundlich erwähnte Höhenburg war bis etwa 1830 von einem Graben mit Zugbrücke umgeben. Der massive Steinbau  wurde wohl im wesentlichen um 1500 bzw. um 1607 durch die Grafen zu Nassau erneuert. Das Obere Schloss beherbergt seit 1905 das Siegerlandmuseum, ein Regionalmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Auf ca. 1.500 qm Ausstellungsfläche wird versucht, die Geschichte der Region darzustellen. Die seit 1255 im Gebiet zwischen Sieg und Lahn regierende Ottonische Linie des Hauses Nassau erwarb Anfang des 15. Jahrhunderts durch Heirat umfangreiche niederländische Besitzungen. Die engen Verbindungen zwischen Nassau und den Niederlanden werden aber erst recht verständlich, wenn man das Engagement der Grafen von Nassau im Freiheitskampf der Niederlande (1568/69-1648) kennt. Schwerpunktmäßig erschließt sich hierzu die politische bzw. dynastische Geschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts aus einer Bildsammlung von Mitgliedern des Hauses Nassau-Siegen. Besonders hervorzuheben ist die Rubensgalerie wo neun Gemälde des weltberühmten flämischen Barockmalers Peter Paul Rubens (1577-1640) zu sehen, der in Siegen geboren wurde. 
 
Vor- und frühgeschichtliche Bodenfunde, darunter als zentrales Schaustück ein eisenzeitlicher Windofen, bezeugen die Besiedlung des Siegerlandes aufgrund der vorhandenen Bodenschätze. Bergbau und Eisengewinnung prägen das Siegerland schon seit Jahrhunderten. Viele hundert Gruben und Hüttenplätze hat es gegeben und bis 1962 förderten im Siegerland sogar die tiefsten Eisenerzgruben des europäischen Kontinents. Zur Demonstration der bergmännischen Arbeit im Siegerland wurde 1938 etwa 15 m unter dem Schlosshof ein gut 100 m langer Schaustollen angelegt. 'Unter Tage' können Besucher des Siegerlandmuseums die typischen Einrichtungen von der 800 Meter Sohle einer Siegerländer Grube bestaunen.
 
Die große Mineraliensammlung der ehemaligen Siegener Bergschule wird in Teilen der Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem sind im ganzen Gebäude immer wieder Gegenstände aus Eisen zu besichtigen. Besonders hervorzuheben ist hierbei eine umfangreiche Sammlung von Ofen- und Kaminplatten. Dargestellt werden auch die vorindustriellen Wirtschaftszweige mit ihren gegenseitigen Verflechtungen und Abhängigkeiten (Siegerländer Haubergswirtschaft, Eisenhütten- und Hammerwerke, Gerberei, Textilgewerbe). Zentrales Schaustück ist hier die um 1840 erbaute wasserradgetriebene Gebläsemaschine der ehemaligen Rothenbacher Hütte.
 
Schließlich dokumentiert ein Ausstellungsbereich im Dachgeschoss die städtische Wohnkultur des 19. Jahrhunderts, wobei zugleich in der Region und über sie hinaus wirkende bedeutende Siegerländer Persönlichkeiten - Wissenschaftler und Künstler - mit ihren oder durch ihre Werke dargestellt sind. 
 
Schlossgarten
Besonders in den Sommermonaten findet sich kaum ein freier Platz auf den Bänken und den Wiesen des Schlossgarten am Oberen Schloss. Am Rande der wunderschön bepflanzten Anlage findet sich der Musikpavillon - einer der schönsten Veranstaltungsorte Siegens. Von Mai bis September werden die Besucher bei der beliebten Reihe 'Sonntagnachmittag um 4 im Schlossgarten' bestens unterhalten. In den Ferien kommen besonders die kleinen Besucher voll auf ihre Kosten, wenn samstags das 'Kindertheater' stattfindet. Auch beim Rubensfest (alle 2 Jahre) und beim jährlichen Freundschaftsfest ist der Musikpavillon ins Geschehen einbezogen. 

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Quelle: Fotos und Text: Stadt Siegen & Siegerlandmuseum im Oberen Schloss / Stand: 28.07.2016