Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Sauerland / Hemer e.V.

Als gemeinnütziger Verein betreiben die Mitglieder nicht nur Höhlenforschung und Höhlenschutz, sondern zusätzlich auch eigenverantwortlich eine von nur fünf Besucherhöhlen in der Region Südwestfalen in Form einer Umweltbildungseinrichtung führen: die Heinrichshöhle in Hemer.

Der Verein wurde 1975 gegründet und hat z. Zt. 32 aktive Mitglieder sowie zahlreiche passive Fördermitglieder. Sie widmen sich der wissenschaftlichen Erforschung und dem Schutz der heimischen Höhlen und Karstlandschaften und vermitteln hierzu der Öffentlichkeit vielfältiges Wissen durch sachkundige Führungen in der Heinrichshöhe / Hemer.

"Höhlentourismus", also abenteuerliche oder sportive Höhlenbefahrungen, lehnen sie ab. Im Rahmen der für die Höhlenforschung erforderlichen Basisarbeiten Höhlensuche und Höhlenvermessung konnten bislang rund 140 Objekte als Zugang im Höhlenkataster Westfalen eingetragen werden, darunter z. B. so bedeutende Objekte wie die 1,1 km lange Dr.-Milch-Höhle und das 800 m lange und 50 m tiefe Brockloch. Gut 130 Höhlenpläne wurden nach exakten Vermessungsarbeiten erstellt und im Laufe der Jahre kamen über 20.000 Fotos als Dokumentationsergebnis zusammen. Neben der Beschäftigung mit diesen grundlegenden Arbeiten befassen sie sich mit speziellen Aufgaben verschiedener naturkundlicher Fachrichtungen (z.B. Geologie, Mineralogie, Biologie, Paläontologie u.a.), wie es dem Charakter der Höhlenforschung als interdisziplinärer Wissenschaft entspricht, wobei jedoch die Höhle als geschlossene Gesamtheit nicht aus dem Auge verloren wird. 

Die Höhlenforschung führt leider zu der unvermeidbaren Feststellung, dass die unterirdischen Zauberreiche Südwestfalens durch eine Vielzahl negativer Einwirkungen bedroht sind und damit konsequenterweise zum Höhlenschutz. Höhlen werden nur allzuoft aus Sicherheitsgründen komplett zugeschüttet, als Partykeller mißbraucht, zur Müllkippe degradiert oder z.B. durch Straßen- und Häuserbau zerstört. Sämtliche frei zugängliche altbekannten Höhlen wurden ihres Sinterschmuckes restlos beraubt und irreparabel durch Ruß, Müllablagerungen und Farbschmierereien etc. verdreckt. Durch einen sicheren Verschluß und anschließende dauerhafte Betreuung erhalten die Mitglieder zahlreiche Höhlen Südwestfalens als Forschungs- und Anschauungsobjekte, aber auch z. B. als Winterquartiere für die vom Aussterben bedrohten Fledermäuse oder z.B. als unersetzbare Archive paläontologischen Fundmaterials. Gleichzeitig wird dadurch der Verkehrssicherungspflicht entsprochen und z. B. abenteuerlustige Kinder oder sonstige Neugierige bzw. leichtsinnige Besucher ohne Ausrüstung vor den Gefahren der Höhlenwelt geschützt. Verschiedene Neuentdeckungen konnten durch sofortige Sicherungsmaßnahmen in unbeeinträchtigtem Zustand bewahrt werden. Leider provoziert die Sicherung einer Höhle eine oftmals unvorstellbare kriminelle Energie, so dass nicht unerheblicher Zeit- und Geldaufwand zur Reparatur mit brachialer Gewalt beschädigter Verschlüsse aufgebracht werden muß. 

Seit Anfang 1998 führen wir eigenverantwortlich das "Höhlen- und karstkundliche Informationszentrum Hemer" (HIZ), die Besucherhöhle "Heinrichshöhle" . Mit dieser Einrichtung möchte man für die Einzigartigkeitund den Schutz der Höhlen und Karstgebiete Verständnis wecken. In der Heinrichshöhle und dem benachbarten Naturschutzgebiet Felsenmeer bietet der Verein zusätzlich zum allgemeinen Führungsbetrieb erlebnisorientierte umweltpädagogische Arbeit mit Kindern und Schülen und Erwachsenenbildung an. Durch außerschulischen Unterricht möchte man u.a. das Arbeitsfeld Höhlenforschung / Höhlenschutz in der Umweltbildung etablieren. In den vergangenen 12 Jahren sind fast 200.000 Gäste gewählt worden.

Besonders wichtig ist der Hinweis darauf, dass wir sämtliche Arbeiten in den Bereichen Höhlenforschung / Höhlenschutz / Besucherhöhle Heinrichshöhle ohne Ausnahme und komplett in unserer Freizeit betrieben werden, hauptberufliche Helfer stehen also nicht zur Verfügung!

Weitere Informationen gibt es hier.