Imkerverein Hemer

Der Imkerverein Hemer wurde bereits 1898 gegründet. Eine der Aufgaben des Vereins ist die Betreuung der dem IV-Hemer angeschlossenen Freizeit-Imkereien. Zurzeit besteht der Verein aus 35 Mitgliedern, wobei die meisten Imker weit über 60 Jahre alt sind. Von diesen Mitgliedern werden z.Zt. ca. 200 Bienenvölker in Hemer und Umgebung gehalten und betreut.

Einstein soll einmal gesagt haben: „Wenn die letzte Biene gestorben ist, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben.“ Darum kümmert sich der Verein besonders um Nachwuchsförderung sowie Beratung und Schulung der angeschlossenen Jungimker über zeitgemäße Bienenhaltung.

Um über den Verein hinaus das Interesse für Bienen und das Imkern bei der Jugend zu wecken, wird in den Sommerferien z. B. Schülern „Ein Tag bei Hemeraner Imkern“ angeboten.

Auch auf Integration wird Wert gelegt. So sind Imker aus Polen, Russland und Spanien dem Verein beigetreten.  Es ist ebenfalls ein Ziel des Vereins, Frauen für die Imkerei zu begeistern.

Der Verein ist dem Deutschen Imkerbund und dem Landesverband Westfälisch-Lippischer Imker angeschlossen. Gemeinsam hat man sich der Aufgabe verpflichtet,
zur Erhaltung einer gesunden, schwarmträgen, ruhigen und standortangepassten Biene – u.a. durch gezielte Zuchtmaßnahmen - beizutragen. Das hat auch zur Folge, dass man gemeinsam mit den Wissenschaftlern an den deutschen Bieneninstituten (in NRW angesiedelt bei der Landwirtschaftskammer in Münster) bei der Bekämpfung von Bienenkrankheiten wie Faulbrut oder der Varroose mitwirkt. Gemeinsam können überdies die Interessen der Bienenzucht gegenüber der Öffentlichkeit und den Behörden besser vertreten werden.

Imker verstehen sich nicht nur als Bienenzüchter, sondern ebenso dem Schutz anderer Hautflügler wie Hummeln, Wespen, Hornissen und Solitärbienen sowie der Ameisen verpflichtet. Alle diese Aufgaben und viele andere mehr werden durch engagierte Imker des Vereins natürlich ehrenamtlich und in ihrer Freizeit durchgeführt.

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung der Bienen übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache. Weltweit ist dies ein Ertrag von über 153 Milliarden Euro. Die Nahrungs- und Lebensbedingungen haben sich für alle blütenbestäubenden Insekten in den letzten Jahren jedoch verschlechtert. Mit der voranschreitenden einseitigen landwirtschaftlichen Nutzung ist ein Rückgang der Vielfalt an Nektar und Pollen spendender Pflanzen verbunden. 

Der Verein versucht daher die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass jeder mit dem Anbau von blühenden Pflanzen und Kräutern sowie Pflanzung von Obstbäumen im eigenen Garten einen kleinen Beitrag zur Erhaltung Blüten bestäubender Arten leisten kann.

Um diese wichtigen Aufgaben auch in der breiten Öffentlichkeit besser darstellen zu können, präsentiert sich der IV-Hemer auf der Landesgartenschau (LGS) 2010 in Hemer.
Als einer der ersten Vereine Hemers hat der IV-Hemer der LGS ein fertiges Konzept vorgestellt. Dieses Konzept hat die LGS überzeugt, dem Verein einen Pavillon zur Verfügung zu stellen, der nach der Landesgartenschau zur nachhaltigen Nutzung als  betreuter Lehrbienenstand erhalten bleiben soll. Bedingt durch den langen Winter hat der Verein diesen Roh-Pavillon in knapp vier Wochen innen und außen gestalten und ausstatten müssen. 

Neben Bienengerätschaften und -produkten wird auch die Honig- und Wachsgewinnung gezeigt. Natürlich sind alle Behausungen mit lebenden Bienen besetzt. In einem Schaukasten kann man in das Innere einer Bienenbeute blicken und mit etwas Glück die Königin finden. Des Weiteren sind Bienenvölker in verschiedenen Beuten, wie Korb- und Holzbeuten zu besichtigen. Als besondere Attraktion gilt die Klotzbeute, ein ca. 2 m hoher aus einem Stück Holz geschnitzter Bär, aus dessen Maul Bienen fliegen, die in seinem Bauch als Volk leben.

In zweijähriger Vorbereitung ist es dem Verein gelungen, alle Nachbarimkervereine aus dem Märkischen Kreis ins Boot zu holen, die uns bei der Besetzung des Pavillons unterstützen, sodass dieser an vier Tagen in der Woche für die Dauer der Landesgartenschau ganztägig durch Imker besetzt ist. 

Deshalb ist es auch eine besondere Herausforderung für den Imkerverein, bei jeder Zielgruppe, ob jung oder alt, auf ganz unterschiedliche Weise Interesse zu wecken und Menschen für die Imkerei zu begeistern. Denn wer Bienen hält, leistet einen aktiven Beitrag zur Sicherung der Bestäubung, sorgt so für den Erhalt der Vielfalt von Flora und Fauna und engagiert sich aktiv für Umwelt- und Naturschutz.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.imkerverein-hemer.de