Heldengeschichte IX: Eine "Oase" für die Seele
Ehrenamtliche Mitarbeiter der Caritas nominiert für "Mein Held in Südwestfalen" (Von Marita Sapp)
Altenhundem. Seit 25 Jahren setzen sich einige Frauen und Männer aus Lennestadt und Kirchhundem im Rahmen der OASE-Gruppe der Caritas-Station für Menschen mit seelischen Nöten ein.
Elli Gottwald, Roswitha Felgner, Anni Sandholz, Annette Wulf, Gabriele Delboi, Ursula Eickelmeier sowie Daniel Pätzold und Gerhard Schneider haben immer ein „offenes Ohr“ für die Menschen, die bei ihnen Rat und Unterstützung suchen. Sie engagieren sich im Gesprächskreis, in der Malgruppe, beim Frühstückstreff oder dem Offenen Treff und betreuen dort, unterstützt von Fachkräften der Caritas-Station, langjährig psychisch Erkrankte.
Doch die Kontakte gehen auch über die Gruppen hinaus. Bei akuten Problemen und Sorgen sind die Ehrenamtlichen auch privat immer telefonisch erreichbar – hören zu, zeigen Verständnis, versuchen Ängste zu nehmen und helfen so, dass sich das Leben der psychisch Kranken deutlich verbessert. Und auch Menschen, die kurzzeitig Hilfe benötigen, weil sie plötzlich in eine Lebenssituation geraten sind, die sie psychisch überfordert, sind jederzeit im Gesprächskreis willkommen.
Die OASE-Gruppe ist ein geschützter Raum. „Alles, was wir erfahren, bleibt unter uns“, versichern die Helfer. Bei größeren Problemen werden sie von den Fachkräften der Caritas-Station unterstützt. Der langjährige Einsatz der Ehrenamtlichen ist auch eine große Hilfe für Birgit Voucko, die Leiterin der OASE-Gruppe, und Thomas Ludwig, den Leiter der Caritas-Station für Lennestadt und Kirchhhundem.
Die beiden haben „ihre Ehrenamtlichen“ für die Aktion „Mein Held in Südwestfalen“ vorgeschlagen. Der OASE-Gesprächskreis ist zudem der Ursprung aller psychiatrischen Hilfen des Caritas-Verbandes im Kreis Olpe. Durch die Erfahrung in der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen erhielt die Caritas-Station einen Zuschuss für die ambulante psychiatrische Pflege.
Durch die gesammelten Ergebnisse zu den Fragestellungen „Was haben psychisch kranke Menschen für Bedürfnisse? Was brauchen sie über die Gruppen hinaus?“, haben die ehrenamtlichen Helfer viele Anregungen auch politisch umsetzen können. Dazu zählen unter anderem die Werthmann-Werkstatt (Abteilung Olpe) sowie das ambulante betreute Wohnen in den eigenen vier Wänden. Ein großer Erfolg, der wieder zeigt, wie hoch der Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit in unserer Gesellschaft ist – und was sie erreichen kann.
Elli Gottwald, Roswitha Fischer und Anni Sandholz, die sich bereits seit 25 Jahren für die OASE-Gruppe engagieren, und auch die anderen Helfer werden durch Fortbildungen geschult, um den nicht immer einfachen Aufgaben gewachsen zu sein. „Aber man tut es ja auch für sich selbst“, sagt Roswitha Felgener, „Immer wenn man etwas Gutes tut, nimmt man auch für sich selbst Etwas mit.“
Erschienen im Sauerlandkurier.
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