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Höhlenland Südwestfalen

star 08.12.2009
Flash ist Pflicht!

Tourismusattraktion, Wissensspeicher und Kulturstätte: Nirgendwo in NRW gibt es so viele Höhlen wie in Südwestfalen. Etwa 80 Prozent der bekannten Höhlen Nordrhein Westfalens befinden sich in unserer Region.

Dieses Potential wurde in den vergangenen Jahren jedoch vernachlässigt. Eine aktuelle und für Bürger verständliche und erlebbare Gesamtschau gibt es nicht. Das Projekt „Höhlenland Südwestfalen“ möchte die Möglichkeiten nun ausschöpfen. Schauhöhlen sollen miteinander vernetzt werden, ein Gesamtkonzept entstehen. Wer zum Beispiel die Attahöhle besichtigt, dessen Neugierde soll auch für die anderen Angebote in der Region geweckt werden.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von den beiden südwestfälischen Forschern Elmar Hammerschmidt und Dr. Stefan Niggemann. Sie wissen um die Bedeutung der Höhlen – nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Forschung. Denn in den Höhlen lassen sich naturkundliche Zusammenhänge und kulturelle Entwicklungen der Region erforschen: Geologie, Klimawandel, Eiszeit, Archäologie oder Evolution des Menschen – die Höhlen unserer Region sind große Wissensarchive. So wurden zum Beispiel in Balve die ältesten Funde menschlicher Kulturen in Südwestfalen gefunden. Heute ist die Balver Höhle zudem als Kulturstätte mit ganz besonderer Atmosphäre bekannt.

Die sechs großen Schauhöhlen der Region – Balver Höhle, Bilstein-, Dechen-, Heinrichs-, Recken- und Attahöhle - werden zwar bereits jetzt jedes Jahr von hunderttausenden Besuchern erkundet, ein gemeinsames Konzept könnte jedoch zum einen noch mehr Interessierte anlocken, zum anderen auch den Besuch noch attraktiver gestalten. Auch die zahlreichen frei zugänglichen Höhlen, wie zum Beispiel die Angebote im Hönnetal oder bei Kallenhardt, sollen von dem Projekt profitieren. Auch zu außerschulischen Lernstandorten könnten sich die Höhlen entwickeln: Schulen der Region sollen eingebunden werden, die Schüler auf „Forschungsreise“ gehen.

„Durch ein gemeinschaftliches Konzept können die Betreiber sich neu positionieren und die bestehenden Angebote noch attraktiver machen. Dann würde Südwestfalen endgültig zum Höhlenland“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur in Olpe.

Nach einer Vorauswahl durch die Südwestfalen Agentur und dem REGIONALE Beirat hat der REGIONALE Ausschuss am 8. Dezember das Projekt mit dem ersten von insgesamt drei Sternen ausgezeichnet.

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