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ReEnvision – Regenerative Energievision
28.06.2010
An der Universität Siegen ist aus einer Zukunftsvision Realität geworden. Forscher haben eine besondere Vergasungsanlage zur Energieerzeugung entwickelt. Das neuartige Verfahren ist nicht nur graue Theorie, eine Testanlage läuft in der Universität bereits erfolgreich. Mit Hilfe des Regionale-Projektes „ReEnvision – Regenerative Energievision“ soll diese Technik nun im großen Maßstab zum Einsatz kommen.
„Integrierte Pyrolyse und Verbrennung (IPV) von Ersatzstoffen“ lautet die korrekte Bezeichnung für das Verfahren. Hinter dem komplizierten Fachbegriff verbirgt sich eine innovative Idee. Fast jede Art biologischer Abfall- und Wertstoffe – von der Bananenschale über Kompost bis hin zu holzbasierten Brennstroffen – kann in der Vergasungsanlage verbrannt werden. Es entsteht ein Gas, das entweder zur Strom- oder Wärmeerzeugung genutzt, oder als Wasserstoff gespeichert werden kann. Die bei der Verbrennung anfallenden teerhaltigen Kondensate werden in einem weiteren Schritt erneut verbrannt und ebenfalls energetisch genutzt. Abwasser fällt nicht an. Viel umwelt- und ressourcenfreundlicher kann Energiegewinnung kaum sein.
Eine 150-Watt-Anlage läuft bereits im Technikum der Universität Siegen. In Kreuztal, auf dem Gelände des Unternehmens Lindenschmidt, soll nun eine 5-Megawatt-Anlage entstehen, die 30 Mal leistungsstärker ist als das Testmodell der Uni. Ideengeber des Projektes ist der Lehrstuhl für Energie- und Umweltverfahrenstechnik der Universität Siegen, der auf die entwickelte Anlage bereits ein Patent angemeldet hat. „Das zeigt einmal mehr, welch innovative Techniken und Ideen aus Südwestfalen kommen. Das Projekt ReEnvision steht für Energie aus der Region für die Region“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur.
Südwestfalen könnte hierdurch den Einstieg in die regenerative Wasserstoffwirtschaft schaffen – einer Technik, die nach Meinung von vielen Experten die Energie von Morgen produzieren wird. Wasserstoff hat den Vorteil, dass er gespeichert werden kann, um dann mit Hilfe der Brennstoffzellen-Technik zum Beispiel Autos und Busse anzutreiben. Bananenschalen könnten somit künftig dafür sorgen, dass morgens der Schulbus seine Fahrt aufnimmt.
Mit der 5-Megawatt-Anlage wäre aber noch lange nicht das Ende der Entwicklung erreicht. Schon jetzt gibt es Überlegungen und Pläne für noch leistungsstärkere und somit auch wirtschaftlichere Anlagen. Hiervon könnten Unternehmen in ganz Südwestfalen profitieren: Die einzelnen Komponenten der Anlage ließen sich nämlich komplett durch südwestfälische Betriebe herstellen.
Mit der Vergabe des ersten Sterns ist das Projekt in den weiteren Qualifizierungsprozess der REGIONALE 2013 aufgenommen. Diese erste Wertung wird für eine herausragende Idee vergeben, die sich nun weiterentwickeln muss. Erst mit dem dritten Stern kann das Projekt im Rahmen der REGIONALE 2013 umgesetzt werden und die entsprechenden Fördergelder erhalten.
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