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Steine und Mehr

20.07.2011
Sie liefern wichtige Rohstoffe, sind ein wichtiger Arbeitgeber der Region und bieten doch Konfliktpotential: Steinbrüche in Südwestfalen. Was soll mit ehemaligen Abbaugebieten passieren, die nun brach liegen? Das Regionale-Projekt „Steine und Mehr“ soll jetzt Lösungen aufzeigen.
Projektträger sind drei Kommunen aus dem Kreis Soest, in denen der Steinabbau eine große wirtschaftliche und historische Bedeutung hat: die Städte Geseke, Warstein und die Gemeinde Anröchte. Gemeinsam möchten sie Lösungen und Konzepte erarbeiten, wie die Landschaft, die durch den oberirdischen Steinabbau entstanden ist, nutzbar gemacht werden könnte. Innovative Ideen sind vorhanden: Freizeit- und Kulturflächen, ungestörte Naturentwicklung oder die Ansiedlung von neuen Gewerben. Das Projekt ist jetzt mit dem 2. Stern der Regionale 2013 ausgezeichnet worden. Diese Wertung wird vergeben, wenn die Idee erfolgreich weiter ausgearbeitet wurde und konzeptionell überzeugt. Mit dem 3. Stern kann das Projekt im Rahmen der Regionale 2013 umgesetzt werden und Fördergelder erhalten.
Das große Ziel der vier Kommunen lautet: Abgrabungsbereiche für Naturschutz, Tourismus, Naherholung, Kultur und Gewerbe nachhaltig nutzbar machen. Hierfür wurden drei Bausteine ausgearbeitet:
Wegeroute „Steine und Mehr“: Die vier Kommunen werden durch eine Route entlang der Abbaubereiche verbunden. Die Menschen sollen somit an die entstandenen Gebiete „herangeführt“ werden
Erlebnispunkte entlang der Route: Sie sollen die Wegeroute erlebnisreich, informativ und unterhaltsam gestalten. Ziel ist es, auf diese Weise eine Auseinandersetzung mit dem Thema Steinabbau und der sich daraus verändernden Landschaft zu fördern.
Labore der Zukunftsfragen: Jede der vier Kommunen wird ein Schwerpunktthema aufgreifen und zusammen mit den Partnern, mit Experten und natürlich den Bürgerinnen und Bürgern Lösungsmodelle entwickeln. Folgende Themen sind vorgesehen:
- EnergieReich Geseke: Energetische Potentiale von Steinbrüchen für die Ansiedlung von Gewerbe nutzen
- WerkShow Anröchte: Die besonderen Möglichkeiten des Anröchter Grünsandsteins für die Kunst und die Baukultur werden in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft präsentiert.
- Abbau21 Warstein: Die Klettermöglichkeiten in Warstein sollen durch Angebote für junge Zielgruppen ausgeweitet werden. Zudem sollen neue Wege der Konfliktlösung und -prävention im Umgang mit dem Steinabbau gefunden werden. Zentrale Frage wird hierbei sein: Wie können Bürgerinnen und Bürger stärker an den Prozessen stärker beteiligen werden?
Die Arbeit der Kommunen kann beispielgebend für andere Städte und Gemeinden der Region sein, immerhin gibt es in Südwestfalen mehr als 50 Abgrabungsbereiche. Weitere Kooperationen werden deshalb angestrebt. „Das Projekt beinhaltet einen neuen, modellhaften Umgang mit Konflikten. Es wird nach Lösungen gesucht, von denen alle Parteien profitieren können. Nur so kann eine beispielhafte Wirkung für den Umgang mit Steinabbau-Gebieten für Südwestfalen und darüber hinaus erzielt werden“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur. Bevölkerung, Steinindustrie, Naturschutzverbände, Wasserwirtschaft und Kommunen – alle betroffenen Akteure sollen in den Prozess eingebunden werden und profitieren.
Mehr Informationen zu diesem Projekt:
Projektstandort:
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