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Modellregion LEBEN
25.08.2011
- Einzelne Bausteine des Projektes werden in anderen Projekten und Initiativen weiterentwickelt.
Auf einer Fläche mit der Größe von 10.000 Fußballfeldern entsteht im Stadtgebiet Schmallenberg die „Modellregion LEBEN“. Die Projektidee der REGIONALE 2013 möchte unterschiedliche Ansprüche rund um die Ressource Wald erforschen, um den Umgang mit ihr in Zukunft zu optimieren.
Südwestfalen zählt zu den waldreichsten Regionen in Deutschland. Genutzt wird der Wald von vielen Akteuren: Für den Tourismus ist er ein attraktiver Erholungsraum, für die regionale Forstwirtschaft das Zentrum der Holzversorgung Nordrhein-Westfalens. Bürgerinnen und Bürger genießen den erholsamen Waldspaziergang, Naturschützer schätzen den Naturraum als einzigartiges Biotop für Pflanzen und Tiere. Viele unterschiedliche Interessen, die nicht immer einfach zusammenzubringen sind. Der Rothaarsteig hat in vorbildlicher Art gezeigt, wie ein harmonisches Miteinander von unterschiedlichen Akteuren möglich ist. Dennoch gibt es nach wie vor Spannungsfelder und Nutzungskonflikte. Mit der „Modellregion LEBEN“ soll nun ein wohl einmaliges Pilot- und Forschungsprojekt gestartet werden, um den Wald ökologisch und ökonomisch optimal zu nutzen. Ideengeber ist das Regionalforstamt Oberes Sauerland.
Auf einer Fläche von 70 Quadratkilometern - das entspricht fast 10.000 Fußballfeldern – entsteht die Modellregion. Ausgewählt wurde ein Gebiet im Hochsauerlandkreis zwischen Schmallenberg, Fleckenberg, Jagdhaus, Oberkirchen und Grafschaft. Hier sollen Prozesse erprobt, erforscht und dokumentiert werden. Im Blickpunkt stehen vier Bausteine:
- Zukunftswald: Der Klimawandel hat negative Auswirkungen auf wesentliche Waldfunktionen: Grundwasserschutz, Erholungswert und Holzversorgung. Extremwetter-Ereignisse wie der Sturm „Kyrill“ werden in Zukunft häufiger auftreten. Die wohl einzige Möglichkeit, Risiken zu minimieren, ist die Anpflanzung von stabileren Mischwäldern. In der Modellregion soll dies nun umgesetzt und dokumentiert werden.
- Wald-Wild-Konflikt: Überhöhte Wildbestände können den Waldflächen schaden. Deshalb soll mit allen Akteuren – Waldbesitzern, Förstern, Jägern – ein beispielhaftes Vorgehen und ein richtungweisendes Konzept erarbeitet werden, die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen. Der Prozess wird wissenschaftlich dokumentiert.
- Energetische Sanierung in der Bausubstanz: Die Stadt Schmallenberg, der Landesbeirat Holz NRW, der Zimmererverband Westfalen und das Regionalforstamt Oberes Sauerland planen den Aufbau eines Informationszentrums. Hier könnten zum Beispiel die technischen Möglichkeiten zur energetischen Sanierung alter Fachwerkhäuser veranschaulicht werden.
- Schwerlastbrücken aus Holz: In Nordrhein-Westfalen werden diese Brücken auf land- und forstwirtschaftlichen Wegen grundsätzlich aus Beton gebaut. Das Material Holz bietet sich für Teile der Brücken jedoch ebenso gut an. In Ländern wie Österreich und der Schweiz wird dies bereits umgesetzt. Die Modellregion will diesen Beispielen folgen und bietet standardisierte Pläne an, um möglichst viele Brücken im Wald mit Hilfe von Holzkonstruktionen zu erneuern.
Zusätzlich zu diesen vier Bausteinen soll ein Themenhotel - unter Verwendung des heimischen Rohstoffes Holz - entstehen. Besucher, die die „Modellregion LEBEN“ erfahren möchten, finden hier eine Anlaufstelle mit vielen interessanten Angeboten. „In der Modellregion werden mehrere Bausteine rund um die Themen Wald und Holz zusammengebracht und miteinander vereint. Ein beispielhaftes Vorhaben auch für andere waldreiche Regionen in Deutschland, das zudem unser Regionale-Netzwerkprojekt ,NaturLebensRaum Südwestfalen’ sinnvoll ergänzt“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur.
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Alle Informationen und Details zum 4. Südwestfalentag am 25. September 2011 in Lüdenscheid finden Sie hier.
Südwestfalen Kompass
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Südwestfalen Kompass 2.0 >>> pdf
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