Sonne, Wind, Wasserstoff: die Energieversorgung von morgen

star 18.03.2010

„Saubere“ Energie, lokal gewonnen, die sich speichern lässt und bei Bedarf verfügbar ist – unmöglich? Nicht, wenn viele kluge Köpfe, modernste Technik und der Wille, etwas Besonderes zu schaffen, zusammen kommen. Mit dem Projekt „Hybridkraftwerk Werl“ der REGIONALE 2013 ist das nun geschehen. 

Der Projekttitel „Hybridkraftwerk Werl“ führt dabei etwas in die Irre. Es wird kein neues, großes Kraftwerk gebaut. Vielmehr werden bereits bestehende Solar- und Windkraftanlagen genutzt, intelligent miteinander verbunden und durch neue Einheiten ergänzt. Der Clou an dem Projekt, das jetzt mit dem ersten Regionale-Stern ausgezeichnet wurde, ist die Kombination von vielen innovativen Elementen der Energieerzeugung.

Das geplante Kraftwerk wird Energie aus den natürlichen Ressourcen Sonne und Wind gewinnen. Aus der überschüssigen elektrischen Energie, die nicht sofort benötigt wird, kann Wasserstoff hergestellt werden. Der Vorteil dieses Verfahrens: Wasserstoff lässt sich langfristig speichern und kann bei Bedarf wieder in Strom umgewandelt werden oder für mobile Zwecke wie zum Beispiel Brennstoffzellen für Wasserstoff-Autos genutzt werden. Ob Elektrizität, Wärme oder „Kraftstoff“ für Fahrzeuge – das neue Hybridkraftwerk könnte alle Bereiche beliefern.

Hinter dem Projekt steht das „KonWerl Zentrum“, das auf dem ehemaligen Fluggelände der belgischen Streitkräfte in Werl seinen Sitz hat. Hier soll auch die neue Anlage entstehen. Seit 2002 arbeiten Experten in dem Technologiezentrum an der nachhaltigen und effizienten Nutzung von regenerativen Energien – beste Voraussetzungen für den Aufbau eines wegweisenden Hybridkraftwerks.

Die geplante Anlage soll ein Modellsystem für die „Energieversorgung von Morgen“ sein. Forschung, Entwicklung und Information eines breiten Publikums sowie Aus- und Weiterbildung sind zentrale Bestandteile des Projektes. Deshalb wird auch die Fachhochschule Südwestfalen mit eingebunden. Sowohl die umweltschonende Gewinnung von als auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Energie sollen aufgezeigt werden.

Die Region Südwestfalen bietet beste Voraussetzungen für ein derart umfangreiches Projekt. Ein Schwerpunktthema der REGIONALE 2013 ist die „Energieregion Südwestfalen“, bei dem zahlreiche Akteure und innovative Ideen zusammengebracht werden. „Die Nutzung regenerativer Energien wird immer wichtiger. Das Hybridkraftwerk Werl kann wichtige Impulse geben und einen Weg weisen, wie Energie effizient und vor allem CO2-neutral gewonnen wird. Es ist ein weiterer großer Schritt, Südwestfalen als Energiemodellregion überregional zu etablieren“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur. 

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