"Steine und Mehr": Innovative Ideen zum Steinabbau

star 08.12.2009
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Sie liefern wichtige Rohstoffe, sind ein wichtiger Arbeitgeber der Region und bieten doch Konfliktpotential: Steinbrüche in Südwestfalen. Was soll mit ehemaligen Abbaugebieten passieren, die nun brach liegen? Und wie sieht die Folgenutzung für noch genutzte Flächen aus? Das Projekt „Steine und Mehr“ soll jetzt Lösungen aufzeigen.

Projektträger sind vier Kommunen aus dem Kreis Soest, in denen der Steinabbau eine große wirtschaftliche und historische Bedeutung hat: die Städte Erwitte, Geseke, Warstein und die Gemeinde Anröchte. Gemeinsam möchten sie Lösungen und Konzepte erarbeiten, wie die Landschaft, die durch den oberirdischen Steinabbau entstanden ist, nutzbar gemacht werden könnte. Innovative Ideen sind vorhanden: Erholungsgebiete, Freizeit-, Sport und Kulturflächen oder die Ansiedlung von neuen Gewerben. Das Potential der Steinabbau-Flächen wird bisher kaum genutzt.

Das große Ziel der vier Kommunen lautet: Die Folgenutzung gestalten und Abgrabungsbereiche für Naturschutz, Tourismus, Naherholung, Kultur und Gewerbe nachnutzen. Um dieses Ziel zu verfolgen, wurden drei Projektbausteine ausgearbeitet:

  • Bei der Folgenutzung der Steinbrüche sollen "neue Wege" gegangen werden, die beispielhaft für die Nutzung solcher Flächen sind
  • Die "Landschaft im Umbruch" soll stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gestellt werden und die touristischen Potentiale gehoben werden
  • Beispielhafte Erkenntnisse sollen in die Region Südwestfalen und darüber hinaus transportiert werden

Die Wiederbesiedlung könnte auch das Konfliktpotential mindern, das der Steinabbau zwangsläufig hervorruft. Staub, Lärm, Sprengungen und wasserwirtschaftliche Eingriffe sind Belastungen, denen sich Anwohner vielerorts ausgesetzt sehen. Mit innovativen Ideen könnte jedoch das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Bevölkerung verbessert werden. In Südwestfalen gibt es mehr als 50 Abgrabungsbereiche, Kooperationen mit anderen Kommunen werden angestrebt.

Bevölkerung, Steinindustrie, Naturschutzverbände, Wasserwirtschaft und Kommunen – alle betroffenen Akteure sollen in den Prozess eingebunden werden und profitieren. „Das Projekt beinhaltet einen neuen, modellhaften Umgang mit Konflikten. Es wird nach Lösungen gesucht, von denen alle Parteien profitieren können. Nur so kann eine beispielhafte Wirkung für den Umgang mit Steinabbau-Gebieten für Südwestfalen und darüber hinaus erzielt werden“, sagt Dirk Glaser, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur.

Der Projektvorschlag „Steine und Mehr“ hat jetzt vom REGIONALE-Ausschuss den ersten Stern verliehen bekommen und ist somit für den weiteren Qualifizierungs- und Wettbewerbsprozess zugelassen.

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