Innovativer Schutz für sensiblen Stahl schützt Metallfolien, spart Millionen und schont die Umwelt

  • Schutzbänder für Stahl senken Transportschäden bis zu 90 Prozent
  • Nachhaltiges Produkt aus 100 Prozent recyceltem Material aus Autoreifen

  • Ganzheitlicher Ansatz und Übertragbarkeit auf andere Branchen überzeugen Jury der Effizienz-Agentur NRW


Die Firma Krückemeyer GmbH & Co. KG im siegerländischen Wilnsdorf erhält für ihr RK Coil Protect System den Effizienz-Preis NRW 2013. Die neuartigen Schutzbänder für Trommeln aus dünn gewalztem Stahl sorgen dafür, dass sich Transport- und Lagerschäden an den sogenannten Stahlcoils drastisch verringern. Das Basismaterial für die ebenso einfache wie wirkungsvolle Verpackungslösung bilden recycelte Autoreifen. Mit RK Coil Protect lässt sich der Anteil an Schrott, der entsorgt oder wieder eingeschmolzen werden muss, um bis zu 90 Prozent senken.

Der "Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt 2013" wird von der Effizienz-Agentur NRW verliehen, die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums arbeitet. Der Preis würdigt innovative Produkte von mittelständischen Unternehmen aus NRW, die wesentliche Effizienzfaktoren miteinander verbinden – beispielsweise eine ressourcenschonende Produktentwicklung, umweltgerechte Herstellung und reduzierte Umwelteinflüsse während des Produktlebens sowie eine umfassende Recyclingfähigkeit. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Firma Krückemeyer ist einer der drei Hauptpreisträger des Effizienz-Preises NRW. Die Auszeichnung wurde heute von Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel in Essen überreicht. Neben den drei Hauptpreisen vergab die Expertenjury zwei Sonderpreise.

Die Produktidee RK Coil Protect 


Schadhafte Coils kosten die weiterverarbeitende Industrie Jahr für Jahr Millionen. Ursache ist häufig ein unzureichender Schutz gegen äußere mechanische Einflüsse. Bei Stoßbelastungen etwa können die herkömmlichen Hartfaserstreifen, mit denen die tonnenschweren Stahlrollen gesichert werden, den Druck des Gewichts oftmals nicht ausreichend aufnehmen. Anders beim neuen RK Coil Protect System von Krückemeyer: Die widerstandsfähigen Schutzbänder aus Reifengummi sind auf der dem Stahl zugewandten Innenseite mit einem Gewebeband beschichtet. Auf diese Weise verhindern sie effektiv Beschädigungen der Stahltrommeln beim Transport und sorgen dafür, dass das wertvolle Metall nicht mit Öl, Steinchen und Schmutz in Kontakt kommt.

Pilotkunde spart 2,55 Millionen Euro im Jahr



Seine Praxiserprobung hat RK Coil Protect bereits absolviert – mit beeindruckendem Ergebnis. So konnte ein Kunde aus der Edelstahlbranche durch die innovativen Schutzbänder innerhalb eines Jahres in nur einem Werk ein Einsparpotenzial von 2.040 Tonnen Stahl verbuchen. Dies entspricht rund 100 Coils mit dem Standardgewicht von 20 Tonnen. Die finanziellen Einsparungen beliefen sich auf 2,55 Millionen Euro . Mittlerweile ist das Produkt bereits bei fünf weiteren Unternehmen im Einsatz. Doch nicht nur die Verringerung von Ausschuss spart Geld. Auch die Kosten für die Entsorgung der nicht recycelbaren Hartfaserbänder entfallen komplett, denn RK Coil Protect ist bis zu 20-mal wiederverwertbar.
"RK Coil Protect zeigt beispielhaft, dass auch vergleichsweise einfache Systeme zu signifikanten Materialeinsparungen führen können und dass sich ein ,grünes Produkt‘ rechnet, wenn die gesamten Prozesskosten betrachtet werden", sagt Firmenchef Jan Krückemeyer. In der Anschaffung ist die Neuentwicklung zwar aufwendiger als die herkömmliche Lösung, unterm Strich können die Kunden damit aber einen deutlich höheren Betrag einsparen.

Ressourcenschonend von Anfang an



Ressourcen schont RK Coil Protect bereits bei der Herstellung. Hierfür sorgt zum einen das recycelte Basismaterial, zum anderen die Fertigung in Handarbeit nahezu ohne Energieaufwand. Als Verschluss bietet Krückemeyer drei Varianten an: ein Klettverschluss-System, Magnete oder Spanngurte.
Bis Krückemeyer den richtigen Materialmix gefunden hatte, experimentierte die Firma unter anderem mit Fleece-Material und einer Kombination aus mehreren Klebebandlagen. Stets zeigten sich jedoch bereits nach kurzer Zeit deutliche Scheuer- und Kratzspuren im Stahl. Da das Metall häufig zu Feinstblechen von Millimeterbruchteilen Stärke weiterverarbeitet wird, bedeuten bereits solche oberflächlichen Spuren eine starke Beschädigung. Der hauchdünn gewalzte Stahl kommt beispielsweise als Frontblende bei Weißer Ware wie Küchengeräten zum Einsatz – und als noch wesentlich dünnwandigere Variante bei der Herstellung von Kaffeekapseln. Erstklassiges Material ist hier Voraussetzung.
Die Entwicklung von RK Coil Protect eröffnet für Krückemeyer ein komplett neues Geschäftsfeld neben dem Vertrieb von Schleifmitteln und Klebebändern für Industrie, Handel und Handwerk. Nach erfolgreichem Anlauf will das Unternehmen den Coilschutz jetzt auch international stärker vermarkten und die Anwendung ausweiten. Beispielsweise bietet sich das einfache, aber effiziente System auch als Verpackungs- und Transportlösung für dünnwandige und hochwertige Metallrohre sowie für Kupfer- und Aluminiumcoils an, beides Rohstoffe, die noch wertvoller sind als Stahl. Entsprechend größer fällt das Einsparpotenzial aus. Darüber hinaus prüft das Wilnsdorfer Unternehmen ein Pfandsystem für RK Coil Protect.

Über Krückemeyer

Das Unternehmen Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG konfektioniert und vertreibt Schleifmittel und Klebebänder für Industrie, Handel und Handwerk. Das Leistungsangebot wird durch kundenspezifische Produktentwicklungen abgerundet. So konnte Krückemeyer beim Effizienz-Preis NRW mit einer intelligenten Verpackungslösung für die Stahlindustrie punkten. www.krueckemeyer.de



Über die Effizienz-Agentur NRW

Die Effizienz-Agentur NRW (EFA) wurde 1998 auf Initiative des Umweltministeriums NRW gegründet, um mittelständischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Impulse für ressourceneffizientes Wirtschaften zu geben. Das Leistungsangebot umfasst die Ressourceneffizienz- und Finanzierungsberatung sowie Veranstaltungen. Bis heute initiierte die EFA über 1.500 Projekte. Aktuell beschäftigt die EFA 32 Mitarbeiter in Duisburg und sechs Regionalbüros in Aachen, im Bergischen Städtedreieck, in Bielefeld, Münster, Siegen und Werl. Erfahren Sie mehr unter www.ressourceneffizienz.de

Quelle: Text und Bild: http://www.efanrw.de/ (Stand: 19. September 2013)