Junge Familien verwirklichen modernes Wohnprojekt in Arnsberg-Neheim

Das Sauerland startet durch. Nicht nur wirtschaftlich als Teil der drittstärksten Industrieregion Deutschlands mit vielen mittelständischen Weltmarktführern. Neben ländlicher Idylle gibt es eine Vielzahl an kulturellen Angeboten, Einkaufsmöglichkeiten und Outdoor-Aktivitäten mit hohem Freizeitwert. Jetzt ist man baukulturell den Großstädten auf den Fersen. Bisher dominiert in den Städten und Dörfern noch das klassische Einfamilienhaus. Für vier junge Familien kam diese Wohnform nicht in Frage: Sie verwirklichen in Arnsberg-Neheim, dem nordwestlichen Zipfel des Sauerlandes, ihren eigenen Wohntraum: Raus aus dem Neubaugebiet, rein in den gemeinsamen „Garten.Hof“.

Für das Wohnprojekt rückten im Sommer 2017 nach intensiver Planungsphase erstmals die Bagger an. Auf einem 3.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen fünf Einfamilienhäuser, verbunden durch einen zentralen, gemeinsamen Garten und ein „Hofhaus“, das allen Familien für Freizeit- und Gemeinschaftsaktivitäten zur Verfügung steht. „Das klassische, eher anonyme Wohnen in einem großen Einfamilienhausgebiet kam für uns nicht in Frage. Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, individuelles Wohnen und gemeinschaftliches Erleben mit anderen Familien zusammenzubringen“, sagt der Initiator des Projekts, Max Humpe. Der 37-Jährige zieht mit seiner Frau und den drei Kindern in eines der fünf Häuser ein. Drei weitere Familien sind bereits in das Projekt eingestiegen, für Haus Nummer fünf werden noch Interessenten gesucht.

Die Familien sind in der Planungsphase eng zusammengerückt und haben gemeinsam ihre Wohnvision entwickelt. Unterstützung erhielten die „Nachbarn in spe“ durch das Architekturbüro Raumkontrast aus Arnsberg. „Der Garten.Hof.Neheim ist nach der Baugruppe Werdener Hof unser zweites Wohnprojekt in Arnsberg. Das Ensemble vereint eine gemeinsame Architektursprache mit den individuellen Gestaltungswünschen der Bauherren“ sagt der verantwortliche Architekt Frank Rocholl. Innenstadtnahes Wohnen mit guter infrastruktureller Anbindung, hohe Energieeffizienz und geringere Kosten durch gemeinschaftliches Bauen waren die Zielsetzungen. Herzstück des Projekts ist der 500 Quadratmeter große Gemeinschafts-Garten, der von allen Familien – zusätzlich zu ihren Privatgärten – genutzt werden kann. „Die Vorfreude ist bei allen riesig, immerhin haben wir in den vergangenen Monaten und Jahren viel Leidenschaft und auch das notwendige Durchhaltevermögen für das Projekt aufgebracht“, sagt Max Humpe.

Innovative Wohnform für den Ländlichen Raum

Die Stadt Arnsberg hat die jungen Bauherren seit der ersten Planungsphase unterstützt. Im Rahmen der städtischen Innenentwicklungsstrategie, zu der auch die Förderung moderner Wohnformen gehört, wurde öffentlich zur Planung und Verwirklichung des Wohnprojektes eingeladen. Mehr als 50 Interessierte erschienen. Im Rathaus sieht man das Projekt äußerst positiv. „Wir benötigen in unserer Stadt neuartige Wohnideen für Jung und Alt. Der Garten.Hof ist ein interessantes Angebot für junge Familien, das Beispiel gebend für weitere Städte und Gemeinden im Ländlichen Raum sein kann. Die beteiligten Familien haben es geschafft, dass aus einer guten Idee jetzt Wirklichkeit wird“, sagt Thomas Vielhaber, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen, Umwelt.

Mitgebracht hat Max Humpe die Garten.Hof-Idee aus Hamburg. In der Hansestadt lebte er viele Jahre, ehe er 2012 in seine Heimat nach Arnsberg-Neheim zurückkehrte. „In Hamburg ist diese Wohnform sehr beliebt. Ich kann mit meinen Nachbarn ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, die Kinder können zusammen spielen und man kann gemeinsam vieles leichter organisieren“, erklärt Humpe. Dennoch stieß das Vorhaben in der Anfangsphase nicht nur auf Zustimmung. Einige Anwohner reagierten zunächst mit Skepsis und Ablehnung. „Wer etwas Neues ausprobieren möchte, muss damit rechnen. Es hat sich auch gezeigt, dass je mehr wir über das Projekt informiert haben, die Skepsis geringer und die Unterstützung und das Interesse größer wurden“, sagt Humpe.

Genau zur richtigen Zeit kam das Garten.Hof-Projekt für Matthias Brakel und seine Familie. Die Brakels sind aus der Großstadt Frankfurt zurück in die Heimat, ins Sauerland, gezogen und waren auf der Suche nach eigenen vier Wänden. „Das Projekt hat uns überzeugt. Der Garten.Hof besitzt ein wenig den Charakter einer WG, dennoch hat jede Familie ihre privaten Räumlichkeiten. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sich seine Nachbarn selber aussuchen und dann gemeinsam Pläne verwirklichen kann“, sagt Brakel. Ein wenig gedulden müssen sich Familie Brakel und Familie Humpe allerdings noch. Auch wenn die Bauarbeiten auf Hochtouren laufen, der Einzug ist erst für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant. Zudem wird derzeit noch nach Interessenten gesucht, die in das letzte noch nicht vergebene Haus im Garten.Hof einziehen möchten.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Quelle: Garten.Hof.Neheim, Stand:6.02.2018