Best Practice: aquatherm investiert mehr als 15 Millionen Euro in Südwestfalen

Die Firma aquatherm, einer der führenden Hersteller von Rohrleitungssystemen für die Haustechnik und den Anlagenbau, ist einer der größten Arbeitgeber in Südwestfalen. Am Standort in Attendorn beschäftigt das Familienunternehmen circa 450 Mitarbeiter, hinzu kommen 63 Mitarbeiter im sächsischen Radeberg. Um das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten, investierte die Inhaberfamilie Rosenberg mehr als 15 Millionen Euro in den Bau eines neuen Gebäudes für die Rohrfertigung.

Die Herausforderung
Um den Veränderungen in der Fertigung und Entwicklungen wie Industrie 4.0 und Digitalisierung von Arbeitsabläufen gerecht zu werden, ist es für Unternehmen wichtig, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Hinzu kommen die selbst gesteckten Wachstumsziele und die Sicherung der Standorte. Viele Unternehmen investieren daher regelmäßig in den Erhalt und die Zukunft der Maschinen und der Mitarbeiter. Für aquatherm stand dieser Schritt auch bevor – jedoch gab es hier eine besondere Herausforderung: die bisher drei verschiedenen Produktionsbereiche der Rohrfertigung sollten alle zusammen in einem Gebäude untergebracht werden.  

Die Idee
Als überzeugter Südwestfale und auf strategischen Gründen basierend, erwarb Firmengründer und Senior-Chef Gerhard Rosenberg schon 2008 die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Grundstücke und Gebäude eines Sanitärgroßhändlers. Nach dessen Umzug und dem Abriss der Gebäude erfolgte auf dem Gelände der Neubau, der dazu beitragen wird, den Standort Attendorn zu sichern und damit für die Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive zu schaffen. Unter der Leitung von Maik Rosenberg, der gemeinsam mit seinen Brüdern Dirk und Christof das Unternehmen führt, plante ein Expertenteam von Mitarbeitern den idealen Fertigungsprozess. Form, Größe und Infrastruktur des Gebäudes wurden an diesen Erfordernissen ausgerichtet, die gesamte Planung des neuen Fertigungsgebäudes wurde komplett intern umgesetzt. „Man konnte die große Leidenschaft der Mitarbeiter bei der Mitgestaltung des Prozesses richtig spüren, was auch den Zusammenhalt in der Belegschaft gestärkt hat“, so Maik Rosenberg. 

Das Vorzeigeprojekt
Im April 2015 wurde der erste Spatenstich für das neue Fertigungsgebäude gemacht. Zwei Jahre später, seit April 2017, läuft die Produktion nun vollumfänglich. Das 15.000 qm große Gebäude hat eine Kapazität für 32 Rohrfertigungsanlagen – zur Zeit befinden sich 19 Anlagen in der Halle, genügend Kapazität für die Zukunft ist gegeben. Mit der Verlegung von Glasfaserkabeln wurde auch das Thema Digitalisierung beim Neubau berücksichtigt. Außerdem ist es gelungen, 20 Prozent des vorherigen Energiebedarfs zu reduzieren. Stolz berichtet Maik Rosenberg: „Mit dem Neubau haben wir eine der modernsten Polypropylen-Rohrextrusionen der Welt geschaffen und die Benchmark in der Branche neu gesetzt.“

Die Zukunftsstrategie
In den nächsten Jahren wird aquatherm seine Marktanteile weltweit weiter ausbauen. Ebenso bedeutend wird es sein, durch ständige Prozessoptimierung dem Wandel der Zeit optimal zu begegnen und getreu des Unternehmens-Slogans „state of the pipe“ das Angebot an Kunststoff-Rohrleitungssystemen und umfassenden Service auf höchstem Niveau zu erweitern. „made in Germany“ ist für aquatherm ein Alleinstellungsmerkmal, auf das das Unternehmen stolz ist und das auch so beibehalten werden soll. Sinnbildlich für die in den nächsten Jahren zu erreichenden Ziele wurde beim Familienerlebnistag am 16. Juni 2017, an dem das neue Fertigungsgebäude eingeweiht wurde, ein 45m hoher Kran aufgestellt, an dem eine Gondel mit Glasboden aufgehängt war. In der Gondel hatte jeder Mitfahrende die Chance, das gesamte Werk von oben zu sehen und somit das Gefühl zu erleben, auf dem Gipfel anzukommen. 

Der Standort 
Wachstum ist nur mit den entsprechenden Fachkräften möglich. Doch diese sind keinesfalls einfach zu finden. Durch gezielte Positionierung als interessanter Arbeitgeber gelingt es aquatherm, vakante Stellen auch mit Spezialisten zu besetzen, die nicht aus Südwestfalen kommen. Daran will das Unternehmen weiter arbeiten. Denn die Gebrüder Rosenberg sind überzeugte Lokalpatrioten und sehen im Standort Südwestfalen viele Vorteile: top Erfahrung, Kompetenz und sehr gute Mitarbeiter, die vertrauensvoll, offen und ehrlich sind.

Mit einer von Eigenständigkeit, Entschlossenheit und Verlässlichkeit geprägten Unternehmenskultur bieten sie neuen Mitarbeitern eine tolle Basis, um anzukommen und sich wohl zu fühlen. „Wir investieren vor allem auch in junge Leute, die aus- und weitergebildet werden. So haben wir sowohl am Standort Attendorn als auch am Standort Radeberg eine fantastische Mannschaft, um unsere Ziele zu erreichen“, so Maik Rosenberg abschließend.

   

Unternehmerfamilie Rosenberg aus Attendorn.
Quelle: aquatherm

Quelle: Südwestfalen Agentur GmbH, Alexandra Kost