Mit der Regionale 2013 wurde das Fundament gelegt. Dass der Südwestfalen-Prozess mit dem Abschluss des Strukturförderungsprogramms nicht vorbei ist, wurde beim ersten Südwestfalenforum in Schmallenberg-Bad Fredeburg am vergangenen Freitag (20. November),  zu dem die Südwestfalen Agentur eingeladen hatte, sehr deutlich.

Etwa 120 Gäste aus Politik, Verwaltung  und Gesellschaft fanden sich im Musikbildungszentrum Südwestfalen ein. Wo sonst Sinfonieorchester, Chöre, Bands und Projektklassen proben, ging es diesmal darum, zurückzublicken, zu bilanzieren, zu bewerten, zu diskutieren und den Blick für die zukünftige Gestaltung der Region zu schärfen.  Eine Ouvertüre in S-Dur gewissermaßen, denn die „jüngste Region Deutschlands“ befindet sich in einem nachhaltigen Entwicklungsprozess, den es in den kommenden Jahren fortzusetzen gilt.

Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises und zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates der gastgebenden Südwestfalen Agentur,  zeichnete zu Beginn der Veranstaltung den Weg zur „gemeinsamen Region Südwestfalen“ nach. Mit Nachdruck machte er deutlich, wie wichtig die weitere Zusammenarbeit nach der Regionale 2013 in Südwestfalen sei. Ein Zurück zum Kirchturmdenken vergangener Zeiten sei kontraproduktiv und dürfe es künftig nicht mehr geben. Dankbar sei er allen Akteuren, dass sie auch weiterhin an der Zukunft Südwestfalens arbeiten wollen.

Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur, nahm den Faden auf und stellte nach seinem persönlichen Rückblick die Arbeit der Südwestfalen Agentur heute vor. Mit den fünf Kreisen sowie dem Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“ mit derzeit rund 175 Mitgliedern setzt die Agentur das Regionalmarketing um. Darüber hinaus treibt das in Olpe ansässige Team intensiv die regionale Entwicklung voran – mit Schwerpunkten im Bereich Junges Landleben, der Praxisstudie „Dorf ist Energie(klug)“ und als regionaler Partner der Landesinitiative „KlimaExpo.NRW“.  „Als Netzwerk-Zentrale der Region unterstützen wir die Interessensvertretung der Region auch im Konzert der Regionen in NRW“, so Winterberg. Das Ziel ist klar definiert: die Kräfte von Wirtschaft und Politik in Südwestfalen bündeln und die drittstärkste Industrieregion Deutschland im Vergleich zu anderen Standorten wettbewerbsfähig positionieren.

Aber was muss eine Region jungen Leuten bieten, damit sie nicht in die Ballungszentren abwandern? Welche Bedingungen bietet Südwestfalen Schulabgängern, Auszubildenden oder Studierenden für ihren weiteren Lebensweg? Diesen und anderen Fragen widmete sich die anschließende Gesprächsrunde mit Teilnehmern der „UTOPiA Südwestfalen“. Die Projekte, die die jungen Männer und Frauen im Rahmen des Workshops im September entwickelt hatten, machten auf anschauliche Weise deutlich, wie sie sich ihre Heimat in Zukunft vorstellen. „Wir interessieren uns für die Region und wollen uns einbringen“, so Dominik Schröder und Nick Stein, die gemeinsam mit Ines Blankenheim und Niklas Latusek die Ergebnisse der UTOPiA-Veranstaltung präsentierten. Ihr Ziel: Die Region mit eigenen Ideen weiterbringen.

Bernhard Wolff, Moderator der Veranstaltung, betrachtete die Entwicklung der Region aus der Perspektive des Hauptstädters. „Glaubwürdigkeit und Kreativität sind die Grundwerte der Region Südwestfalen. Viele andere Regionen in Deutschland können das nicht auf ihre Visitenkarte schreiben.“  In vier Fachforen waren die Teilnehmer schließlich selbst gefragt. Angelehnt an die Geschäftsfelder der Südwestfalen Agentur wurde angeregt diskutiert, bewertet und Ideen gesammelt, wie sich die Region in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig positionieren, ein lebens- und liebenswerter Wohnort und attraktiver Raum für Arbeitgeber und Beschäftigte bleiben kann. In gemeinsamer Runde wurden die Ideen schließlich zusammengetragen und im Plenum vorgestellt.

Letztlich waren sich alle Teilnehmer einig: Die Regionale 2013 war für die fünf Kreise mit ihren 59 Kommunen von herausragender Bedeutung. Genauso wichtig ist es, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen und die Entwicklungspotenziale zu nutzen. „Denn“, so Hubertus Winterberg in seinem Schlusswort: „Jede Region ist nur so gut, wie sie sich weiterentwickelt.“

Quelle: Fotos und Text: Christian Janusch / Südwestfalen Agentur