Visionen für das Südwestfalen von morgen

Die Frage nach der Zukunft Südwestfalens stellten am Wochenende (19./20. September) Jugendliche und Erwachsene aus ganz Südwestfalen. Die Südwestfalen Agentur hatte am Samstag zur „UTOPiA“ interessierte junge Männer und Frauen nach Hilchenbach-Müsen eingeladen.

„Wir werben konsequent für die Region, um Menschen für Südwestfalen zu begeistern“, erläutert Regionalmarketing Managerin Marie Ting, „doch was zählt, ist die Meinung der jungen Bewohner der Region! Was sind ihre Ideen,  ihre Sichtweisen? Mit ihnen wollten wir gezielt diskutieren und zuhören: Deswegen haben wir die Jugendkonferenz UTOPiA ins Leben gerufen.“ Fragen gab es genug: Was zieht die jungen Leute aus der Region in die Städte? Was hält sie hier? Wie kann eine Region authentisch vermarktet werden? Wie lässt sich Südwestfalen besser mobilisieren? Diese und viele weitere Arbeitsfragen waren die Grundlage für die 28 junge Männer und Frauen, die sich nun in Hilchenbach-Müsen zur „UTOPiA“ trafen, um über ihre Heimatregion nachzudenken, zu diskutieren und Zukunftspläne zu schmieden. Angereist sind sie aus allen Teilen Südwestfalens – und hochmotiviert: „Mich ärgert es beispielsweise, dass die Verbindungen zwischen den Dörfern sehr begrenzt ist. Mit anderen Jugendlichen, die dieses Problem kennen, würde ich gerne überlegen, welche Lösung es für diese Problem gibt. Vielleicht kann man ja einen Kompromiss mit den Busunternehmen finden? Wie könnte dieser Kompromiss aussehen?“, notierte eine Teilnehmerin aus Arnsberg in ihren Bewerbungsunterlagen.

„Design Thinking“ nennt sich die Methode, mit der sich die Teilnehmer in Müsen dann den aufgeworfenen Fragestellungen näherten: Thema verstehen, Empathie entwickeln, Erkenntnisse filtern, Lösungen suchen, Prototyp bauen, lauteten die Arbeitsschritte. „Wir wollten, dass die Jugendlichen kreativ und ohne Grenzen im Kopf denken; aber zu sehr konkreten Projektideen kommen“, erläutert Projektleiterin Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen Agentur GmbH das Vorgehen. Am Ende des Tages präsentierten die „Utopisten“ fünf Projekte in Form von selbst gebastelten Miniatur-Szenerien, die ihren Lösungsansatz plastisch verdeutlichten. Vom Bus, der abends über die Dörfer zieht und Jugendliche vom Dorf in die Stadt und wieder zurück bringt, über einen Sammelpunkt für Mitfahrgelegenheiten, eine App für Verabredungen nach der Schule, Facebook-Gruppen zum Zusammenführen von Menschen mit guten Ideen, bis zum Dorftreffpunkt für Jung und Alt gab es am Abend sehr konkrete Lösungsansätze. Eine Party am Abend mit Übernachtung rundete den arbeitsamen Tag für alle Teilnehmer ab. „Ich hatte mich auf die UTOPiA gefreut, aber meine Erwartungen wurden noch weit übertroffen“, berichtete eine Teilnehmerin. „Ich finde es unglaublich, wie viel Engagement hier spürbar ist – und freue mich darauf, dass unsere Projektideen nun weiter entwickelt werden sollen!“. Einem großen Publikum wurden die Ergebnisse dann am Tag darauf beim 5. „Tag der Dörfer“ vorgestellt. Auch hier waren die Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie die Dorfaktiven aus der gesamten Region angetan vom Engagement der südwestfälischen Jugend. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse der UTOPiA Südwestfalen nun weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft präsentiert – und gemeinsam mit den Jugendlichen verfeinert.

Hubertus Winterberg als Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur, freute sich über den erfolgreichen Verlauf der Premierenveranstaltung: „Für uns steht fest: Die Premiere von UTOPiA ist gelungen. Das war ein starker Auftakt. Wir werden den Dialog mit den jungen Menschen der Region fortsetzen. Als Südwestfalen Agentur GmbH stehen wir dafür, die Region zu vernetzen und Impulse zu geben; genau dies ist hier gelungen. Das gesamte Wochenende war dafür ein perfektes Beispiel!“. Sein Dank galt insbesondere den Sparkassen in Südwestfalen für deren Unterstützung sowie der Dorfgemeinschaft Müsen mit den beteiligten Ortsvereinen, die sich an den beiden Tagen als perfekte Gastgeber präsentierten.