Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“ in Siegen-Wittgenstein und Olpe

Nach der Zertifikatsverleihung Anfang dieses Jahres haben nun alle verliehenen Zertifikate einen Platz an einem repräsentativen Ort im Unternehmen gefunden. „Sie sind Auszeichnung und Ansporn zugleich, an den gesetzten Zielen weiter zu arbeiten“ so Christiane Decker, Prokuristin der FM-Plast GmbH, bei dem durch das Kompetenzzentrum Frau & Beruf initiierten ersten Netzwerktreffen. Im Jahr 2016 waren zehn Unternehmen angetreten, um das Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“ zu erhalten. Nach einem Zertifizierungsprozess mit unterschiedlichen Meilensteinen und der Bewährung vor einer fachkundigen Jury aus regionalen Akteuren der Wirtschaft wurden im Februar 2017 neun Unternehmen durch die Landräte der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe mit dem Zertifikat ausgezeichnet.

Alle Unternehmen haben im Zertifizierungsprozess ihre Familienfreundlichkeit unter Beweis gestellt und versichert, sich weiter auf den Weg zu machen. „Mit der Verleihung der Zertifikate fangen viele Prozesse im Unternehmen erst an“, so Susanne Halhuber, Klinikdirektorin der Celenus Fachklinik Hilchenbach GmbH. Mit Vergabe der Zertifikate geht eine Zielvereinbarung für die nächsten zwei Jahre einher, die bei der Re-Zertifizierung im Jahr 2019 eingefordert wird.

Zertifizierung stößt interne Prozesse an

Um die Unternehmen auf ihrem Weg zu unterstützen und einen weiteren Austausch zu ermöglichen, fand nun das erste Netzwerktreffen der zertifizierten Unternehmen statt. „Es macht mir eine riesige Freude zu sehen, wie viel das Zertifikat schon jetzt in den Unternehmen bewirkt hat“, so Kristina Kraft vom Kompetenzzentrum Frau & Beruf. Durch den Zertifizierungsprozess passiert einiges in den Unternehmen, interne Prozesse wurden angestoßen, Mitarbeiter befragt, Ideen gesammelt und von neu gebildeten Arbeitsgruppen angestoßen. Das Bewusstsein für das Thema „Familienfreundlichkeit“ wurde bei den Mitarbeitern im Unternehmen geschärft und die interne und externe Kommunikation der entsprechenden Maßnahmen vorangetrieben.

Manche Ideen sind schneller umzusetzen als andere: So ist die Einbindung von Themen zur Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf im Intranet, in Mitarbeiterzeitschriften und Willkommensmappen oder die Einführung eines neuen Seminarangebots im Rahmen des Gesundheitsmanagements schneller umzusetzen, als z. B. die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten, an der der DRK Kreisverband Siegen-Wittgenstein e. V. arbeitet.

Dass die Unternehmen mit ihrer Familienfreundlichkeit punkten, lässt sich bereits nach dem ersten Netzwerktreffen klar feststellen. Petra Giesler, Personalleiterin der Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG, berichtet, dass die Darstellung des eigenen Unternehmens als familienfreundliches Unternehmen im Vorstellungsgespräch immer häufiger dazu führt, die Zusage eines Bewerbers zu erhalten.

Weitere Treffen sind geplant

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Siegen-Wittgenstein/Olpe bietet den zertifizierten Unternehmen weiterhin eine Plattform, um sich zum Thema Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf auszutauschen. Geplant sind weitere Treffen, die neben dem Austausch auch einen fachlichen Input bieten. Zum Ende dieses Jahres ist bspw. ein Workshop zur Implementierung eines Pflegescouts im Unternehmen vorgesehen.

Auch in diesem Jahr ermöglichen die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe wieder zehn Unternehmen, sich ihre Familienfreundlichkeit zertifizieren zu lassen. Der Zertifizierungsprozess startet im September 2017. Einige wenige Plätze sind noch an kleine und mittlere Unternehmen mit unter 250 Beschäftigten zu vergeben.
Interessierte Unternehmen wenden sich an das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Siegen-Wittgenstein/Olpe. Ansprechpartnerin ist Kristina Kraft (k.kraft@siegen-wittgenstein.de, 0271/333-1191).

Eine Übersicht zu den bisher als familienfreundlich zertifizierten Unternehmen in Südwestfalen finden Sie hier.

Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein, Stand: 13.07.2017