In Südwestfalen den Beruf zur Berufung gemacht

Sebastian Schöler ist mit seiner Frau ganz bewusst wieder zurück nach Südwestfalen gezogen. Er gründete das Unternehmen "Bannerdruck.net" und hat damit seinen Beruf zur Berufung gemacht. In seiner Freizeit nutzt er die vielen Vorzüge der Region. Im Interview erzählt uns Sebastian Schöler seine Geschichte.

Wie kam es zu Ihrem Umzug nach Südwestfalen?
Nachdem ich meine Frau damals aus Iserlohn ins Münsterland geholt hatte, stellte sich schon bald Heimweh ein. So planten wir zeitnah einen Umzug zurück nach Südwestfalen. Mich persönlich zog Iserlohn an, da es hier mehr zu erleben gibt als im kleinen Dülmen. Die Nähe zum Ruhrgebiet und die Naherholungsgebiete im Sauerland waren ein weiterer Grund für für diese Entscheidung.

Bereuen Sie den Umzug?
Keines Falls! Ich habe hier in den letzten zwölf Jahren eine neue Heimat gefunden und ein großes Netzwerk aufgebaut. Aber natürlich ist mir meine alte Heimat trotzdem noch verbunden.

Können Sie uns Ihren beruflichen Werdegang kurz schildern?
Eine lange Geschichte… Ausbildung auf dem Bau, Vorarbeiter für Betonsanierung im Bereich Hochspannungsmasten und Funktürme, Berufsunfähigkeit mit 22 Jahren, verschiedene Praktika, Umschulung zum Veranstaltungskaufmann, mit Abschluss der Prüfung in die Selbstständigkeit. Seit 2006 führe ich mein Unternehmen erfolgreich.

Was macht Ihr Unternehmen aus?
Wir pflegen eine fast freundschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten. Wir leben Coworking und pflegen ein lockeres Miteinander, jeder unterstützt jeden. Wir können seit 2006 auf viele interessante Projekte zurückblicken und können mit Stolz sagen ein absolut kundenorientiertes Unternehmen zu sein. Es ist der persönliche Kontakt zu unseren Kunden und Lieferanten, der unsere größte Stärke ist. Wir kennen uns seit vielen Jahren und wir verstehen ihre Belange. Auch wenn wir online in ganz Europa Kunden bedienen, ist es doch das persönliche Gespräch und die Beratung, welche uns einen Vorteil im Onlinebusiness beschert. Wir erarbeiten individuelle Lösungen, die kein Onlineshop dieser Welt automatisieren kann.

Warum haben Sie Ihr Unternehmen in Südwestfalen gegründet?
Gegründet habe ich im Münsterland, jedoch habe ich den Unternehmenssitz nach sechs Monaten nach Südwestfalen verlegt. Als onlineaffines Unternehmen ist der Sitz eigentlich nicht weiter wichtig. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir jedoch schon Kunden im Raum Dortmund und Hagen, was uns gerade zu Beginn des Unternehmens einen Schub gegeben hat. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Agenturen in Südwestfalen hat von Anfang an gefruchtet. Dadurch sind Netzwerke entstanden, die wir noch heute pflegen.

Was schätzen Sie am Leben & Arbeiten in Südwestfalen?
Ich habe hier eine gute Work-Life Balance gefunden, mein Beruf lässt es zu, meine Arbeit jederzeit zu unterbrechen und die Vorzüge der Region spontan zu nutzen. Eine Runde Joggen oder mal kurz mit dem Rad zur Eisdiele. Am Wochenende die Naherholungsgebiete erkunden oder einfach nur die Landschaft genießen. Südwestfalen war von Anfang an gut zu mir, hier konnte ich mein Unternehmen vergrößern und es zu dem machen, was es heute ist.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut, was Sie in der Stadt vermisst haben oder mit dem Sie zuvor nicht gerechnet hätten?
Die Innenstadt Iserlohns hat viel zu bieten, das fehlte mir in Dülmen. Ganz besonders haben es mir die Berge und die tolle Landschaft in Südwestfalen angetan.

Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt?
Wir arbeiten jetzt in einer Coworking-Gemeinschaft und haben damit alle großen Erflog, wir wollen weiter diese Idee leben und unser Netzwerk vergrößern. Wir wollen unser Unternehmen weiterentwickeln und uns noch besser positionieren.

Haben Sie Tipps für andere Gründer?
In meiner Berufsausbildung wurde mir die Engpasskonzentrierte Strategie an die Hand gegeben und nach dieser arbeite ich noch heute. Konzentriert euch darauf, was ihr besonders gut könnt und vernetzt euch mit anderen, die auf Ihrem Gebiet Profis sind. Gründet Netzwerke und helft einander.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die Schwierigkeiten haben, Ihren beruflichen Weg zu finden?
In meiner Laufbahn habe ich viele Jobs gemacht. Jeder davon hat mich geprägt. Viele Jobs waren unterbezahlt und nicht erfüllend. Es hat zehn Jahre gedauert bis ich meinen Beruf zur Berufung machen konnte. Heute brauche ich keinen Wecker oder jemanden der mir sagt was ich machen soll, ich habe etwas gefunden was mir liegt und mich jeden Tag aufs Neue motiviert. Nehmt euch die Zeit ein Spektrum an unterschiedlichen Berufen zu erlernen und ihr kommt irgendwann zu dem Punkt an dem ihr eure Berufung findet.

Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Zeit.

Quelle: Sebastian Schöler, Stand: 12. Juni 2019