Familie Dörnenburg ist von Düsseldorf nach Grafschaft gezogen – und ist einfach glücklich :-)


Wie kam es zum Umzug nach Südwestfalen?

Unsere Entscheidung einen neuen Wohn- & Lebensort ausserhalb der Großstadt, mit Lebensqualität und Perspektive zu finden, ist eigentlich schon vor vielen Jahren entstanden.

Immer dann, wenn wir von Urlauben wieder zurück in die Stadt kamen und unsere Unbeschwertheit und Leichtigkeit an der Autobahnausfahrt zurück blieb, wussten wir, dass wir zukünftig etwas ändern müssen, um noch glücklicher zu leben und zu arbeiten.

Unsere Blicke blieben dann wieder unwillkürlich an Betonwänden, beschmierten Wänden, Wohntürmen, Müll und Dreck, meterhohem Unkraut und „Spontangrün“ sowie am hektischem Treiben auf Straßen und Gehwegen hängen. Autofahrer die sich über Fahrradfahrer ärgern, Fahrradfahrer die sich von Fußgängern gestört fühlen und Fußgänger, die sich von beiden bereiften Gruppen belästigt sahen.

Vorbei war die lässige Zeit, wo jeder um einen herum gut gelaunt und entspannt war, auf der Straße freundlich gegrüßt wurde und ein längeres Warten an der Supermarktkasse, weil nur eine der vier möglichen Kasse geöffnet war, nicht mehr als ein Lächeln der Wartenden in der Schlange verursachte.

Nach vielen Stunden Autobahnfahrt also wieder zuhause, ein Glück!
Glück?
Sah so das Glück aus?
Macht uns die Großstadt wirklich glücklich?    

Immer und immer wieder haben wir diesen Moment zu viert, im Auto sitzend, erlebt und hingenommen.
Hier können wir doch nicht weg.
Hier ist es eigentlich doch ganz schön.
Hier in der Stadt haben wir uns ja so viel aufgebaut.
80 Quadratmeter Eigenheim mit wunderschöner Dachterrasse, unsere Selbständigkeiten, unsere inzwischen 20-Jahre bestehende Marketingagentur, mehrere Büros, Kunden, Freunde und Bekannte, erfolgreiche Projekte, Großevents und so viel mehr.

Hieran etwas zu ändern wäre doch verrückt.

Und genau das hatten wir uns im Sommer 2016 vorgenommen.
Verrückt zu sein und unseren Herzen auf´s Land in Richtung Glück zu folgen.
Genauer gesagt unseren Herzen in Richtung Sauerland zu folgen.
Eine Region, die wir schon so viele Jahre bereist haben und die uns immer wieder so sehr begeistert hat.

Vielleicht muss man die Nachteile der Großstadt erst selber erlebt haben, um eine Sehnsucht nach Natur, Miteinander, Herzlichkeit und dem täglichen Urlaub vor der eigenen Haustür richtig zu entfalten.


Wie konnten Sie Ihre Familie überzeugen?

Ehrlich gesagt war unser Umzug ins Sauerland bei keinem Familienmitglied fraglich. Die augenscheinliche Verbesserung in so vielen Lebensbereichen war für unser kleines Familiensystem derart ausgeprägt, dass die Entscheidung bei keinem von uns vieren infrage stand. Lediglich der Zeitpunkt war fraglich. Wir wählten diesen Sommer aus, da unser jüngster Sohn von der Grundschule in die weiterführende Schule wechselte und sich so ein guter Zeitpunkt ergab. Wir bereiteten unseren Umzug ca. ein Jahr vor und in diesem Sommer war es dann soweit.


Bereuen Sie den Umzug?

Auf keinen Fall! Wenn wir etwas bereuen, dann vielleicht, es nicht schon viele Jahre früher gemacht zu haben.


Was gefällt Ihnen hier besonders gut, was Sie in der Stadt vermisst haben oder mit dem Sie zuvor nicht gerechnet hätten?

Mal abgesehen von der wunderbaren Naturnähe und den zahlreichen Möglichkeiten, die sich hier für jedes Alter ergeben, ist es jeden Tag auf´s Neue eine Wohltat zu erleben, wie freundlich und hilfsbereit miteinander umgegangen wird. Klar, dass man selber auch offen und freundlich sein sollte, um dies zu erleben. Auch das Thema der Nahversorgung ist hier weitaus weniger problematisch, als wir uns dies vorgestellt hatten. Das Angebot ist zudem individuell und weniger austauschbar, als in der Stadt.

Ich bin inzwischen seit 20 Jahren als Marketing-Berater tätig und betreue Standort- & Gemeinschaftsprojekte in einigen Großstädten.
Es ist wohltuend zu sehen, wie hier gemeinsam angepackt und gemacht wird, anstelle überwiegend zu diskutieren und am Ende wenig zu erreichen. In unserer Vorstellung haben wir erwartet, dass der Einfallsreichtum und die Bereitschaft sich zu engagieren, z.B. für Feste und Aktivitäten des Einzelhandels, geringer ausgeprägt sind, als in der Stadt. Erfreulicherweise ist jedoch das Gegenteil der Fall.


Haben Sie sich direkt für die Selbstständigkeit entschieden?
Ja. Schon auf der Hochschule, in der meine Frau und ich uns kennen gelernt haben, haben wir unsere Pläne geschmiedet, gemeinsam eine Marketing-Agentur aufzubauen und selbständig Verantwortung zu übernehmen. Diese Marketing-Agentur haben wir dann 1996, noch während des Studiums gegründet. Anfangs waren noch zahlreiche Nebenjobs erforderlich, um uns über Wasser zu halten, jedoch kam unsere Geschäftsidee unter dem Motto „Alleine gut, zusammen besser!“, nach einigen Monaten immer besser ins Rollen und wir konnten uns ganz auf unsere Projekte und Aufträge konzentrieren.


Liegt Ihnen noch etwas auf dem Herzen?

Klar, dass wir uns in den letzten Monaten intensiv mit der Frage auseinandergesetzt haben, wo es sich besser leben und arbeiten läßt, in der Stadt oder auf dem Land?
Wir sind zum Entschluss gelangt, dass es von vielen individuellen Faktoren abhängt, ob ein Leben im ländlichen oder städtischen Bereich die bessere Wahl ist. Jeder setzt andere Prioritäten. Eine auf jeden übertragbare Generalempfehlung gibt es daher wohl nicht.

Objektiv betrachtet bietet unserer wunderbare Region derart viel Lebensqualität und berufliche Perspektiven, dass es sich in jedem Fall lohnt, sich mit der Frage für einen Standortwechsel ins schöne Sauerland zu beschäftigen.

Wir jedenfalls sind sehr froh und glücklich, diesen Schritt gewagt zu haben.

Auf unserem YouTUBE-Familien-Kanal „glücklichTV“ berichten wir übrigens regelmäßig von Erlebnissen und Besonderem, was uns als kleine ehemalige Städter-Familie, hier auf dem Land so alles begegnet.

Quelle: Rene Dörnenburg, Stand: 28.10.2016