"Summer of Pioneers" in Altena gestartet

Die Pioniere sind da: 15 Digitalarbeitende und Kreative aus der gesamten Bundesrepublik sind in Altena eingetroffen. Sie werden für die nächsten sechs Monate in der Stadt an der Lenne leben, wohnen und arbeiten. Das Interesse am „Summer of Pioneers“ ist groß – auch bei den Unternehmen aus Südwestfalen. Sie stellen Wohnungen und statten die Coworking-Spaces mit Mobiliar aus.

Sie alle haben sich bewusst für ein Leben auf dem Land entschieden und gegen den Großstadt-Dschungel: 15 Digital- und Kreativarbeiter*innen verlagern für die kommenden sechs Monate ihren Lebensmittelpunkt nach Altena. Zwei Leerstände in der Innenstadt sind in den vergangenen Wochen bereits zu Coworking-Spaces umfunktioniert worden. Hier werden die Digitalarbeiter*innen und Kreativen einerseits ihrer Arbeit nachgehen und eigene Projekte umsetzen. Sie können andererseits aber auch über den Dialog untereinander sowie mit der Bevölkerung neue Impulse für die Stadt und den ländlichen Raum generell geben.

„Die Teilnehmenden haben passende Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen
bezogen – und werden nun die Stadt erkunden und die weiteren Pioniere sowie die Partner in der Stadt und Region kennenlernen, um Ideen zu entwickeln“, sagt Christina Quast, die den „Summer of Pioneers“ vor Ort koordiniert. Sie war bereits bei der „ersten Ausgabe“ im brandenburgischen Wittenberge dabei und weiß um die Chancen des Formats. 15 Teilnehmende blieben auch über das Projekt hinaus vor Ort und leben und arbeiten noch heute in der Stadt. Ob sich dieser Effekt in Altena wiederholen lässt, werden die nächsten Monate zeigen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut.

Steigendes Interesse am Leben im ländlichen Raum

Das Interesse, das Leben im ländlichen Raum auszutesten, steigt. So startete neben Altena auch im hessischen Homberg und in Tengen bei Konstanz ein „Summer of Pioneers“. Vorangetrieben wird das Format durch Neulandia, eine Kreativ-Agentur für gemeinwohlorientierte Regionalentwicklung.In NRW jedoch ist das Vorhaben in Altena einmalig und Südwestfalen somit im wahrsten Sinne „Pionierregion“. Die Initiatoren wollen mit dem „Summer of Pioneers“ die Chancen der Digitalisierung und für neues Wohnen und Arbeiten in ländlichen Regionen aufzeigen. Die Idee: Landleben testen, aber mit Gleichgesinnten in einer Gemeinschaft.

Die Pioniere stoßen zu einer interessanten Zeit in die Region. In Südwestfalen laufen gleich zwei spannende Prozesse für die Zukunft der Menschen in der Region: die REGIONALE 2025 und das Vorhaben „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“. Bei beiden Formaten entstehen in den kommenden Monaten konkrete Projekte, die das Leben, Wohnen und Arbeiten der Menschen in Südwestfalen weiter verbessern sollen. Beide Prozesse werden von der Südwestfalen Agentur koordiniert. Sie hatte auch geholfen, den „Summer of Pioneers“ in die Region zu holen.

„Die Pioniere bringen auch aus ihrer eigenen Arbeit heraus unserer Region sicher interessante und neue Impulse zu Themen wie ‘Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?‘, ‘Wie wollen wir in Zukunft leben?‘. Sie können bestehende Netzwerke bereichern und selbst Inspiration bekommen, sagte Dr. Stephanie Arens, Leiterin der REGIONALE 2025 bei der Südwestfalen Agentur. „Coworking-Spaces wie sie der ‚Summer of Pioneers‘ versteht, bieten nicht nur temporäre Arbeitsplätze, sondern eben auch Raum für Gemeinschaft und gemeinsame Projekte. Daraus bilden sich Netzwerke und Communities, die wir in Südwestfalen brauchen, um als attraktive ländliche Region wahrgenommen zu werden“, ergänzte Felix Peter als zuständiger Projektmanager im Team der REGIONALE 2025 der Südwestfalen Agentur.

Unternehmen aus Südwestfalen helfen und unterstützen 

Das Format weckt auch Interesse bei den Unternehmen in Südwestfalen. Gleich vier Unternehmen aus dem Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“ packen mit an. Der Verein gehört neben den fünf Kreisen der Region zu den Gesellschaftern der Südwestfalen Agentur. Die Altenaer Baugesellschaft beispielsweise stellt die Wohnungen und eine Außenfläche in der Innenstadt für die Pioniere bereit. In den Coworking-Spaces sind Leuchten von Trilux aus Arnsberg zu finden sowie Sitzmöbel von Kusch + Co aus Hallenberg. Beide gehören zu den über 150 EU- und Weltmarktführern aus der Region. Zudem stattet die Firma Severin die Coworking-Spaces in der Altenaer Innenstadt mit Kaffeemaschinen, Wasserkochern, Toastern und Kühlschränken aus. „Das Engagement freut uns sehr. Es zeigt, dass auch die Unternehmen die Besonderheit und Chance dieses Format erkannt haben“, ergänzte Arens.

Quelle: Foto: Felix Peter / Südwestfalen Agentur